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Bach trifft Südafrika

Greifswald Bach trifft Südafrika

Die 71. Greifswalder Bachwoche ist Geschichte. Mit rund 11000 Besuchern bei 46 Konzerten, Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen hat sie ihre Position als ausstrahlungskräftiges ...

Greifswald. Die 71. Greifswalder Bachwoche ist Geschichte. Mit rund 11000 Besuchern bei 46 Konzerten, Gottesdiensten und weiteren Veranstaltungen hat sie ihre Position als ausstrahlungskräftiges „Festival geistlicher Musik im Norden“ nicht nur nachdrücklich unterstrichen, sondern auch ausgebaut und unter dem diesjährigen Motto „Reformatio Mundi“ auch einen neuen, internationalen Akzent gesetzt: mit dem Ebenhaezer Parish Choir aus Rehobot/Namibia und der iThemba Labantu Marimba Group aus Kapstadt/Südafrika. Der künstlerische Leiter Jochen A. Modeß hat beide Ensembles nicht nur beim Chorfest in St. Marien und dem Luther-Straßenfest eingesetzt, er hat sie auch als vorgestrige finale Überraschung mehrfach in den Ablauf der Bachschen h-Moll-Messe einbezogen: mit Instrumentalbeiträgen, Choral und Chorsatz sowie – alle neun Sätze des „Credo“ ersetzend (!) – dem lutherischen Glaubensbekenntnis auf afrikanisch.

Zu solcher Demonstrationsform reformatorischer Wirksamkeit kann natürlich jeder eine eigene Sicht entwickeln. In Greifswalds vollem Dom waren am Schluss lautstark geäußerte Sympathien für die Gäste und Zustimmung zum ungewöhnlichen und sich weniger an musikhistorischen oder musikästhetischen Überlegungen klammernden Verfahren einhellig. Und Bach hat keinen Schaden genommen! Schon deshalb nicht, weil für Domchor, Bachwochenorchester, die Solisten Christine Wolff (Sopran), Bogna Bartosz (Alt), Christoph Rösel (Tenor) und Johannes Happel (Bass) die h-Moll- Messe seit langem vertrautester Boden ist. Insbesondere auch für Jochen A. Modeß, der seine Erfahrungen mit dem Werk beibehält, seine kompetenten Solisten gestalterisch souverän agieren lässt und im Chorischen dort, wo möglich – und häufig – weiterhin gern das langsame, ruhig fließende Legato favorisiert und entsprechend zelebriert. Klanglich macht das Eindruck. Aber gestalterische Reserven lägen dort, wo sich Bach deutlicher als „größter Deklamator, den es je gegeben hat“ (Forkel 1802) erweisen müsste.

OZ

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