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Bachwoche: Abschluss, der bewegte

Bachwoche: Abschluss, der bewegte

Knapp 11 000 Gäste besuchten das „Festival Geistlicher Musik“ in Greifswald

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Ekkehard Ochs über die „Johannespassion“ in Greifswald

Greifswalds 70. Bachwoche ist beendet. Und erneut hat dieses von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Norddeutschlands getragene, mit dem Land MV, der Stadt Geifswald und der dortigen Universität kooperierende „Festival Geistlicher Musik im Norden“ acht Tage lang mit enormer Veranstaltungsdichte und -attraktivität ungebrochene Anziehungskraft bewiesen.

Nicht weniges wird – schon der Extreme halber – wieder länger im Gedächtnis bleiben. Etwa die Eröffnung mit dem emphatisch grandiosen, visionären Oratorium „Des Jona Sendung“ von Rudolf Tobias, die „Johannespassion“ des auf radikale Verknappung musikalischen Materials und mönchische Ausdrucksaskese setzenden Arvo Pärt und nun – als krönendes Finale – die hochdramatische Johannes-Geschichte, wie sie uns Bach – in vier Fassungen! – überliefert hat. Die gängige besteht aus den Varianten 3 und 4, wobei Letztere weitgehend auf der ersten basiert. Jochen A. Modeß hat ein Übriges getan und diesmal einige Arien durch solche der 2. Fassung ersetzt, den dortigen Schlusschor – nun an vorletzter Stelle – inbegriffen.

In Greifswalds Dom gelang eine überzeugende Aufführung. Sie besaß in der Gänze pulsierende Bewegtheit, in den Rezitativen und Chören dramatisch erzählerische Schlagkraft und jene affekthafte Tiefe (Arien), die – zusammengenommen – das Werk nicht zum glatten heroischen Denkmal degradierten. Der Domchor war stets auf der Höhe der Anforderungen – lediglich hinsichtlich stringenteren Agierens mit etwas Luft nach oben – das hochprofessionelle Bachwochen-Orchester (Berlin) sowieso.

Und auch das mit Christine Wolff (Sopran), Bogna Bartosz (Alt), Christoph Rösel (Tenor), Lars Grünwoldt (Jesusworte) und Johannes Happel (Bass) sänger- und gestalterisch kompetent besetzte Solistenensemble garantierten eine Aufführung, in der Jochen A. Modeß die biblische Leidensgeschichte Jesu auf durchaus eigene (etwa breite Chor-und Choraltempi), immer aber sachdienliche und anrührende Weise zu präsentieren vermochte.

OZ

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