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Kultur Barlachs Skulpturen haben ihren Ursprung in Kohlezeichnung
Nachrichten Kultur Barlachs Skulpturen haben ihren Ursprung in Kohlezeichnung
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04:12 14.03.2013
Der „Lehrende Christus“, Gips 1931. Bis zum 26. Mai werden 35 Skulpturen und Zeichnungen Barlachs gezeigt.

22 bildhauerische Werke und 14 Handzeichnungen umfasst die Ausstellung „Ernst Barlach — Skulptur und Zeichnung“. Sie wird heute um 17 Uhr im Rostocker Kulturhistorischen Museum eröffnet.

Nur eines dieser Werke, die in den drei extra aus diesem Anlass renovierten Sonderausstellungsräumen gezeigt werden, stammt nicht von Hand des Künstlers. Denn es ist seine eigene Totenmaske. Barlachs Lebensgefährtin Marga Böhmer (1887-1969) nahm sie dem am 24. Oktober 1938 in Rostock verstorbenen Bildhauer, Zeichner und Schriftsteller ab. Mit dieser Gipsmaske knüpfte sie bewusst an Barlachs bildkünstlerische Darstellung menschlicher Antlitze an. Böhmers Arbeit begegnet dem Besucher bereits zu Beginn seines Rundgangs durch die Ausstellung. Dr. Steffen Stuth, Leiter des Museums, erklärt:

„Diese Totenmaske ist im Besitz unseres Hauses. Wir haben sie allerdings über ein Vierteljahrhundert nicht mehr gezeigt und nehmen nun den 75. Todestag des Künstlers zum Anlass, sie auszustellen.“

Dieser Gipsabdruck gehöre zu den besonderen Exponaten der Schau Deren Anliegen bestehe darin, die untrennbare Verbindung von bildhauerischem und zeichnerischem Schaffens Barlachs deutlich zu machen, meint Stuth. Mit Unterstützung der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow und der eigenen Sammlung von Werken des zu Nazi-Zeiten verfemten expressionistischen Künstlers sei das möglich geworden.

„Ich möchte vor allem der Stiftung dafür danken, dass sie uns solche Werke wie ,Der Geisterkämpfer‘, ,Der Zweifler‘ oder ,Mutter Erde‘ zur Verfügung gestellt hat, die ansonsten ihren Platz im Atelierhaus beziehungsweise in der Gertruden-Kapelle in Güstrow haben“, sagt der Museumschef.

Die Ausstellung wendet sich dem Schaffen zwischen 1910 und 1938 zu. In dieser Zeit äußerte sich Barlach in seiner typischen Formensprache. Idee des Museums war es dabei, Skulpturen und Plastiken des Künstlers und dazugehörige Ideenskizzen und Handzeichnungen chronologisch zu präsentieren. „Der Betrachter kann dadurch eindeutig erkennen, wie das zeichnerische Schaffen mit den später entstandenen Figuren korrespondiert. Wir haben etliche Figuren und Zeichnungen gefunden, mit denen sich das belegen lässt“, erklärt Stuth.

Beispiel dafür, wie ein zunächst mit Kohle gezeichneter Entwurf letztlich Gestalt annahm, ist die „Kussgruppe“, entstanden 1921. Diese Skulptur stammt aus dem Bestand des Rostocker Museums.

Ebensolche Beachtung verdienen auch die Entwürfe und ihre künstlerische Umsetzung für das Stralsunder (1932) und das Magdeburger Ehrenmal (1927), gewidmet den Gefallenen des Ersten Weltkrieges. „In ihnen vergegenwärtigten sich symbolhaft Trauer, Tod und Verzweiflung“, unterstreicht Steffen Stuth.

Das Kulturhistorische Museum Rostock kann auf eine besonders enge Beziehung zum Schaffen Ernst Barlachs verweisen. Schon zu Lebzeiten des Künstlers hatte diese Kultureinrichtung Werke von seiner Hand erworben, so dass „wir heute über eine kleine, aber feine Sammlung verfügen“, betont der Museumsleiter.

Zudem zeigte das Rostocker Museum bereits 1945 bei seiner Wiedereröffnung nach dem Krieg eine Werkschau des bedeutenden Güstrower Meisters und war damit das erste in der sowjetischen Besatzungszone.

Führung und Vortrag
Die Ausstellung „Ernst Barlach — Skulptur und Zeichnung“ ist bis zum 26. Mai im Kulturhistorischen Museum Rostock zu sehen. Führungen durch die Ausstellung jeden Dienstag um 15

Uhr. Sonntagsführungen: 17. März, 7. April, 5., 12. und 26. Mai, jeweils um 11 Uhr. Führungsgebühr 3Euro. Gezeigt wird auch der Defa-Film „Der verlorene Engel“.

21. März um 17 Uhr, Vortrag „Leben und Werk von Ernst Barlach“ mit Dr. Volker Probst, Geschäftsführer der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow. Anschließend Ausstellungsrundgang.

Kulturhistorisches Museum, Klosterhof 7, 18055 Rostock,

Geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Montag geschlossen;

☎ 0381/ 20359-0, E-Mail: kulturhistorisches.museum@)rostock.de

Werner Geske

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