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Kultur Bauer-Wehrland: Kirchen-Klappe gibt Rätsel auf
Nachrichten Kultur Bauer-Wehrland: Kirchen-Klappe gibt Rätsel auf
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01:36 11.04.2018

Die alte Dorfkirche St. Nikolai in Bauer-Wehrland beherbergt in ihrer Ostwand eine kleine Tür mit einer dahinter befindlichen Sakramentsnische, die einige Rätsel aufgibt. Heute ist der Raum hinter der eichenen Klappe leer. Zu mittelalterlicher Zeit jedoch wurden in der verschließbaren Nische in einem Behälter jene geweihten Hostien verwahrt, die während der Eucharistiefeier im Gottesdienst übrig blieben.

Blick in die Sakramentsnische, in der einst die geweihten Hostien aufbewahrt wurden. Quelle: Foto: Birgit Berge

Kürzlich nahm Dr. Jutta Petri, Referentin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in der Nordkirche, die Sakramentsnische in der Ende des 13. Jahrhunderts erbauten St.

NikolaiKirche in Augenschein. Die Referentin begibt sich regelmäßig in Gotteshäusern der Nordkirche auf Schatzsuche. „Von besonderem Interesse sind dabei Dorfkirchen abseits der großen Städte. Hier kann man immer wieder auf überraschende und faszinierende Details stoßen“, berichtet sie.

Jutta Petri stattete gemeinsam mit dem Bauhistoriker André Lutze aus Greifswald der kleinen Kirche im Lassaner Winkel den Besuch ab. Die dortige Sakramentsnische, so Dr. Petri, sei vermutlich im 14.

Jahrhundert nachträglich in das Feldsteinmauerwerk eingearbeitet worden – also zu jener Zeit, als das Hauptschiff der Kirche angebaut worden sei.

Hinter dem hölzernen Nischenrahmen verbirgt sich ein weiterer Hohlraum, dessen Inneres nur mit spezieller Technik erkundet werden könnte. Ausgemalt ist die Nische mit farbigen Sternen auf einem blauen Hintergrund. „Es handelt sich hierbei zwar um ein mittelalterliches Motiv, nicht aber um eine originale Ausmalung“, erklärt Dr. Petri. „Diese Malerei entstand wahrscheinlich erst im 19.

Jahrhundert, wobei möglich ist, dass das Muster damals vorhandenen Resten der Vorgängermalerei nachempfunden wurde.“

Nach der Reformation wurde die Nische nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck gebraucht. Birgit Berge vom Förderverein der Kirche fragt sich, was sich möglicherweise im besagten Hohlraum verbirgt und wo sich der einstige Abendmahlskelch und der Hostienbehälter befinden.

Tom Schröter

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