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Beeindruckende Bronzen in der Orangerie

Heiligendamm Beeindruckende Bronzen in der Orangerie

„Skulpturen, Arbeiten auf Papier“ – das war der Titel der Ausstellung, mit der Reiner Kessel in der Galerie Orangerie Heiligendamm präsent ist.

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Reiner Kessels Bronze „Der Pferdekopf“ aus dem Jahr 2006 ist in der Orangerie Heiligendamm zu sehen.

Quelle: Foto: Thorsten Czarkowski

Heiligendamm. „Skulpturen, Arbeiten auf Papier“ – das war der Titel der Ausstellung, mit der Reiner Kessel in der Galerie Orangerie Heiligendamm präsent ist. Doch vor Ort fällte der Künstler kurzfristig die Entscheidung, nur Skulpturen zu zeigen. „40 habe ich mitgebracht, 25 sind zu sehen“, so Rainer Kessel. Nicht nur das noble Ambiente, sondern auch der ungewöhnlich geschnittene Ausstellungsraum mit kojenartigen Nischen verführte ihn dazu, alles neu zu gruppieren. Die von ihm ausgewählten Arbeiten stammen überwiegend aus dem Zeitraum von 2000 bis heute.

Kessels bevorzugtes Material ist Bronze. In ihren großen Formen beeindrucken in Heiligendamm der „Pferdekopf“ (2006) oder die „Tänzerin“ (2012). Kleinere Arbeiten wie „Athene hat sich noch nicht entschieden“ (2009) und „Mecklenburger Madonna“ (1994) sind ebenfalls zu sehen. Einige Figuren sind anrührend in Szene gesetzt, mal unentschlossen, mal gravitätisch, aber nie heldenhaft. Das Gebrochene zeigt sich auch in den Themen: Don Quijote ist mehrfach zu sehen. Das Pferd ist ein oft wiederkehrendes Sujet, auch als Mischwesen, als Zentaur also.

Begleitet wurde die Vernissage Sonnabend von einer Würdigung der Schweriner Kunstwissenschaftlerin Hela Baudis, die Kessel eine „klassische Kunstsprache bescheinigt: „Aber nicht rückwärtsgewandt“.

Seine Arbeiten seien auch „eine Hommage an den italienischen Bildhauer Marino Marini“, urteilte Baudis; in einigen Arbeiten machte sie eine „geradezu etruskische Grazie“ aus. Vor allem Kessels Pferdeskulpturen hatten es ihr angetan. „Pferde sind Mitwisser der Götter", so erweiterte Hela Baudis die mythologische Perspektive auf die Kunstwerke.

In der Biografie liest sich der Werdegang des 1955 geborenen Künstlers so: Kessel gab 1980 seine Arbeit als Theaterplastiker an der Deutschen Staatsoper in Berlin auf, um ein Bildhauerstudium aufzunehmen. Er zog aus Berlin ins mecklenburgische Neu Nantrow. Hela Baudis machte im Schaffen Kessels auch gesellschaftskritische Töne aus, so wie „Zorn des Schafes“ oder „Der kurze Flug eines mecklenburgischen Schafes“ – Kessels Kommentare zum Zeitgeschehen kurz nach der Wende. Thorsten Czarkowski

Info: Galerie Orangerie Heiligendamm (am Grand Hotel), bis 5. Oktober.

OZ

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