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Kultur Begegnungsstätte am Bahnsteig
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00:06 08.05.2018
Michelli Gruber und Roswitha Burgmann-Seewald wollen den Bahnhof mit kulturellen Angeboten zu einem Treffpunkt für alle gestalten. Quelle: Fotos: Wenke Büssow-Krämer
Bergen

Zu einem Treffpunkt für Einheimische und Touristen wollen die neuen Eigentümer den Bahnhof in Bergen wieder verwandeln. Nico und Michelli Gruber haben das Gebäude von der Deutschen Bahn erworben, die nun selbst zu den Mietern gehört. „Touristen sollen hier auch wieder Informationen über die Insel finden können. Bisher stand hier zu viel leer“, meint Nico Gruber, der auch Geschäftsführer der Kreidefarbenfabrik in Sagard ist. Ein Kulturbahnhof soll das Ziel sein.

Die neuen Eigentümer Nico und Michelli Gruber wollen den Bahnhof in Bergen beleben.

„Da haben wir uns bereits mehrere Kulturbahnhöfe angesehen, aber es soll der Insel angepasst werden“, erklärt der 44-Jährige. Neben einem Cafe sollen dann auch Künstler und deren Angebote in die Räume locken. Roswitha Burgmann-Seewald, Keramikerin aus Gingst, hat sich hier bereits niedergelassen. Von der Wartehalle aus können die Gäste einen Blick auf die Kunst in ihrem kleinen Lädchen werfen. „Ich sehe dabei wie viel Zeit die Leute hier in der Wartehalle verbringen. Sie freuen sich über einen hübschen Raum und wünschen sich, dass hier was passiert. Zur Zeit erfüllt der Bahnhof leider nicht die Funktion eines Empfangsgebäudes“, sagt die 47-Jährige.

Dabei hat man nicht nur die Touristen im Blick, die hier alle Informationen finden sollen, die sie sich über die Insel wünschen. Auch die Einheimischen sollen hier gerne verweilen. „Eltern und Geschwister der Kinder, die gegenüber die Musikschule besuchen, könnten dann hier inzwischen Angebote wahrnehmen“, sagt Roswitha Burgmann-Seewald. Dafür will sie mit Michelli Gruber und Elke Neugebauer nun auch noch einen Verein gründen, der die Ideen auf dem Weg zum Kulturbahnhof sammelt. Der ersten Einladung sind da bereits einige Interessenten gefolgt, um sich vor Ort von den Möglichkeiten zu überzeugen.

Neben einem Cafe am Bahnsteig – für das nun ein Betreiber gesucht wird – bieten auch die Räume darüber in den Augen der Verantwortlichen unzählige Einsatzmöglichkeiten. So nutzt im Obergeschoss ein pensionierter Lokführer bereits regelmäßig Werkstatträume, um hier im Auftrag Modelleisenbahnen zu reparieren. Daneben wird noch an der Ausgestaltung der Räume gearbeitet.

„Dielen und Türrahmen werden derzeit aufgearbeitet und alle Leitungen bis ins Dachgeschoss verlegt“, erläutert Nico Gruber. Bereits jetzt sind zwei Büroräume mit ungefähr 30 Quadratmeter verfügbar.

Nach der Sanierung kommen dann nochmal 80 Quadratmeter dazu, die Künstlern und Kreativen als Werkstatträume zur Verfügung stehen können. Monika Schönburg hat sich bereits umgesehen.

„Ich könnte hier meine Lerntherapie anbieten. Die Lage ist zentral und für alle bequem zu erreichen“, so die Lerntherapeutin. Auch die tageweise Nutzung in Absprache mit anderen Interessenten soll möglich werden. So ist bereits das Druckfestival der Stralsunder Spielkartenfabrik Ende September hier geplant.

Die Kammern im Dachgeschoss sollen eines Tages Künstler beherbergen. „Die Idee ist hier, Unterkünfte anzubieten unter dem Motto: Urlaub gegen Kulturangebot“, meint Roswitha Burgmann-Seewald. Wer sich vorstellen kann, kreative Workshops in der Bahnhofshalle anzubieten, darf im Gegenzug unterm Dach umsonst wohnen. Auf dem Kulturbahnhof soll dann auch die Kabine, in der einst der Bahnmitarbeiter seine Durchsagen machte, bald als Büchertauschbörse dienen. „Wir suchen für den Kulturbahnhof weiter nach engagierten Leuten, die die Begeisterung dafür teilen können“, so Nico Gruber. „Wir rechnen langfristig mit diesem Projekt und hoffen, dass noch zu dieser Saison zum Beispiel das Cafe anläuft. Für uns zählt der Nachhaltigkeitsgedanke. Wir wollen mit der Region verbinden.“

Wenke Büssow-Krämer

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