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Kultur Berlinale: Schlöndorff schickt Liebesdrama ins Rennen
Nachrichten Kultur Berlinale: Schlöndorff schickt Liebesdrama ins Rennen
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00:00 16.02.2017
Berlin

Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (77) ist gestern als dritter und letzter Deutscher auf Bären-Jagd gegangen.

Schlöndorff („Die Blechtrommel“) zeigte sein Liebesdrama „Rückkehr nach Montauk“ im Berlinale-Wettbewerb. Mit Nina Hoss („Phoenix“) und Stellan Skarsgard („Nymphomaniac“) in den Hauptrollen erzählt der Film von einer bitter-süßen Liebe und dem Schmerz der Erinnerungen. Schlöndorffs Film ist eine Hommage an Max Frischs Erzählung „Montauk“.

Skarsgard spielt den Schriftsteller Max Zorn, der in New York sein neues Buch vorstellen will. Sein Roman handelt vom Scheitern einer großen Liebe. In New York trifft der Autor auch Rebecca (Nina Hoss) wieder, mit der ihn die Erinnerung an eben so eine gescheiterte Liebe verbindet. Max fragt sich, ob die einst gelebten Gefühle vielleicht eine neue Zukunft haben könnten. Das Berlinale-Publikum nahm „Rückkehr nach Montauk“ in einer ersten Pressevorstellung mit großer Anerkennung auf – vor allem die starken Schauspieler überzeugten die Zuschauer. Schlöndorff widmet sich nach seinem Film „Homo Faber“ erneut einem Werk seines Schweizer Freundes Max Frisch (†1991). „Das war ein ewiges Projekt. Es fing vor fast zehn Jahren an, als ich angeboten bekam, ’

Montauk’ von Max Frisch zu verfilmen“, sagt Schlöndorff. „Ich kannte das Buch aus der Zeit, als ich seinen ’Homo Faber’ gemacht habe. Ich wusste, das geht nicht“, so der Regisseur. „Es ist ja eine sehr persönliche Geschichte, die Liebesbeziehung zwischen Max Frisch und Ingeborg Bachmann. Das kann man nicht machen. Wie soll man das besetzen?“

Dann aber habe er gedacht: „Wie wär’s, wenn ich eine eigene Geschichte schreiben würde, angelehnt an die gleiche Situation?“, erzählt Schlöndorff. „Der irische Autor Colm Tóibín, mit dem ich befreundet bin, hat mir dann als eine Art Hebamme geholfen, die Geschichte zu Papier zu bringen.“

Dennoch konnte Schlöndorff lange keinen Produzenten finden. Kurz vorm Ziel habe er die Finanzierung noch nicht gehabt. „Dann traf ich irgendwie zufällig Til Schweiger und erzählte ihm davon. Und er sagte mir, ohne dass wir uns kannten, per Handschlag zu: Du hast Deine Finanzierung.“

Vor Schlöndorff waren bereits die Deutschen Andres Veiel mit „Beuys“ und Thomas Arslan mit „Helle Nächte“ im Bären-Rennen gestartet. Insgesamt 18 Filme aus aller Welt konkurrieren um die Berlinale-Trophäen.

Als zweiter Wettbewerbsbeitrag stand gestern das Familiendrama „Colo“ von Teresa Villaverde („Am Ende einer Kindheit“) aus Portugal auf dem Programm. Die Wirtschaftskrise verändert in dem Film unmerklich, aber unaufhaltsam das Leben einer Mittelstands-Familie. Der Vater ist arbeitslos, die Mutter macht Doppelschichten, und die Teenager-Tochter hat ein Geheimnis, das sie mit ihren Eltern nicht teilt. Die Lage scheint fast aussichtslos – kein Film mit Happy End.

Filme aus China, Südkorea, Brasilien und Rumänien werden noch ins Bären-Rennen gehen. Am Samstagabend gibt die Jury unter Vorsitz des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven dann die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären bekannt.

Elke Vogel und Nada Weigelt

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