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Berliner Museum Berggruen wird wiedereröffnet

Berlin Berliner Museum Berggruen wird wiedereröffnet

„Eine Geste der Versöhnung“ - so hatte der einst von den Nazis vertriebene jüdische Kunsthändler Heinz Berggruen es genannt, als er seine weltweit bekannte Sammlung moderner Kunst seiner Heimatstadt Berlin anvertraute.

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In neuem Glanz nach Sanierung: das Museum Berggruen. Foto: Paul Zinken

Berlin. Zwei Jahre lang waren die hochkarätigen Werke von Pablo Picasso und Paul Klee, Alberto Giacometti, Henri Matisse und vielen anderen jetzt im Depot verschwunden. Am Freitag (15.3.) wird das Museum Berggruen im alten Berliner Westen wiedereröffnet - schöner und vor allem größer als zuvor.

Der bisher genutzte neoklassizistische Stüler-Bau direkt gegenüber dem Schloss Charlottenburg wurde um das benachbarte Kommandantenhaus erweitert. Ende des 19. Jahrhunderts als Wohnhaus für Unteroffiziere gebaut, hatte es zuletzt als Kindertagesstätte gedient. Jetzt sind die beiden denkmalgeschützten Gebäude durch eine moderne Pergola aus Stahl und Glas verbunden. Dahinter öffnet sich ein Skulpturengarten, gesäumt von alten Bäumen.

Über 1200 Quadratmeter Fläche hat die Ausstellung künftig, mehr als doppelt so viel wie bisher. Dennoch blieb der kleine, fast intime Charakter der Räume erhalten, der dem Museum sein besonderes Flair gibt. „Durch das Kommandantenhaus erfährt dieses Museumsjuwel eine wunderbare Weiterentwicklung“, sagt Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU), dessen Haus die auf rund 6,5 Millionen Euro veranschlagten Baukosten trägt.

Und für das Land, das den Grund und das Gebäude stellte, spricht Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) von einer „großartigen Heimstatt“ für die Klassische Moderne: „Berlin wird als Kulturstandort weiter aufgewertet.“ Schon bis zur Schließung im August 2011 hatten rund zwei Millionen Menschen das Museum besucht.

Besitzer der Sammlung ist die vom Bund und den Ländern getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Ihr hatte Heinz Berggruen seine Schätze 1996 zunächst als Leihgabe für zehn Jahre überlassen. „Die Bilder wollen nicht an ihrer eigenen Schönheit sterben. Sie wollen betrachtet und genossen werden“, so sein Credo.

Im Dezember 2000 kaufte die Stiftung die auf 1,5 Milliarden Mark geschätzte Sammlung für einen - wie es damals hieß - eher symbolischen Preis von 253 Millionen Mark (129 Millionen Euro). Kernstück sind mehr als hundert Werke von Picasso aus allen Schaffensperioden, darunter so wunderbare Bilder wie „Sitzender Harlekin“ (1905) oder „Der gelbe Pullover“ (1939), ein Porträt seiner Geliebten Dora Maar.

Nach Berggruens Tod 2007 erweiterten seine Erben, darunter Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen, die Sammlung um zahlreiche Leihgaben, sie platzte aus allen Nähten. Bei aller Freude über die jetzige Erweiterung fühlen sich viele Kunstfreunde jedoch auch an die noch offene Baustelle in der Berliner Museumslandschaft erinnert - die geplante Galerie der Moderne.

Das Ehepaar Pietzsch hat der Stadt dafür seine viel gerühmte Surrealisten-Sammlung als Geschenk zugesagt. Um einen Standort wird aber noch gestritten. „Erst dann hat Berlin die gesamte Bandbreite des 20. Jahrhunderts in seinen Museumsbeständen“, sagt der Rechtsanwalt und Kunstexperte Peter Raue, der auch dem Vorstand des Berggruen-Förderkreises angehört. „Ohne die Sammlung Pietzsch bleibt des Ganze unvollendet.“

dpa

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