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Kultur Berufswunsch Youtuber: Realistisch oder naiv?
Nachrichten Kultur Berufswunsch Youtuber: Realistisch oder naiv?
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00:00 28.09.2018
Paul Sauerland bei der Arbeit: Der Wunsch des 21-Jährigen ist es, Filmemacher zu erden. Quelle: Fotos: Privat
Stralsund

Träumt nicht fast jeder davon, einmal ein Star zu werden? Tom Kollwitz jedenfalls hat sich auf den Weg dorthin gemacht.

Junge Leute sehen ihre Zukunft beim Internetportal oder nutzen es, um Erfahrungen für einen realen Beruf zu sammeln

Seit kurzer Zeit hat er seinen Youtube-Kanal „Movie Cult“ eröffnet. Dabei verbindet der 17-Jährige einfach seine Interessen und Hobbys: Er interessiert sich für Filme und alles was dazu gehört und schaut sie ebenso gerne. Vor zwei Wochen hat der Hansa-Gymnasiast sein erstes Video hochgeladen. In erster Linie zeigt er Kinotrailer, bewertet aber auch Filme, die gerade im Kino laufen. Schon früher hatte Tom eigene Kanäle, aber nie schien es zu klappen. Doch jetzt hat er innerhalb der kurzen Zeit schon 29 Abonnenten, die sich bis jetzt 18 Trailer und zwei Reviews anschauen können.

Tom richtet seine Filme nach seinem großen Idol Robert Hofman aus, der ebenfalls Trailer hochlädt und Filme kritisiert. Ein großer Wunsch von Tom: „Ich würde gerne genauso groß rauskommen wie mein Vorbild, um ebenso viele Menschen zu erreichen.“

Die Filme dreht Tom selbst und nimmt sie mit dem Handy auf. Da das Thema der Reviews „Kinofilme“ ist, bleibt es nicht aus, dass Tom öfter ins Kino geht. Diese Besuche zahlt er von seinem Taschengeld oder manchmal hilft ihm auch seine Mutter aus.

Wenn alles gut läuft, kann Tom sich vorstellen, dass er diesen Account nicht nur länger betreibt, sondern vielleicht sogar irgendwann beruflich als Filmkritiker arbeitet. Allerdings kann man zwar als Youtuber etwas verdienen, ob man davon reich wird, ist eine andere Frage. Das hängt unter anderem davon ab, wie viele Werbeverträge man als Youtuber an Land ziehen kann. Um aber einen Werbevertrag zu bekommen, muss man sehr bekannt sein. Wenn man etwa ein Video hochlädt, das 200 000 Aufrufe bekommt, und man einmal Werbung dazwischen schaltet, verdient man etwa 100 Euro.

Wenn ihr Tom abonnieren oder folgen wollt, könnt ihr das unter Instagram:@tomkollwitz. Dort leitet euch ein Link zu ,,Movie Cult“.

Einen großen Schritt weiter ist der Stralsunder Paul Sauerland (21), der ebenfalls auf Youtube aktiv ist. Unter dem Namen FinepixGames begann er 2013 die Plattform zu erkunden und veröffentlichte erste Videos. Diese beschränkten sich auf „Let's Plays“ von Computerspielen. Neben den Spielen „DayZ Standalone“ und dem Mehrspieler-Hit „Playerunknown's Battleground“ fanden sich einige Formate auf seinem Kanal wieder.

Begonnen aus Spaß, steckte bald etwas mehr Eifer hinter der Sache und Paul versuchte, qualitative Inhalte zu bringen, bei denen er sich hauptsächlich auf „DayZ“ bezog und dort auch gute Aufrufzahlen verzeichnen konnte. „An einem gewissen Punkt wurde der Entwicklungsprozess des Spiels allerdings zurückgestellt, und das Interesse der Masse an dem Spiel schwand nach und nach, deswegen gab es immer weniger potenzielle Zuschauer für meine ,Let's Plays’“, sagt der Auszubildende.

Zu seinen Videos inspirieren lassen, hat sich Paul von Gronkh. Der aus Braunschweig stammende Youtuber hat derzeit 4,8 Millionen Abonnenten und beinahe 11000 Videos mit einer Gesamtzahl von über 2,7 Milliarden Aufrufen online. Mitunter war auch Gronkh ein Grund dafür, dass Paul mit „Let's Plays“ angefangen hatte. Mittlerweile sieht er sich nicht mehr als „Let's Player“. „Aufgrund meiner Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, an deren Ende der Wunsch steht, Filmemacher zu werden, boten sich mir nach und nach mehr Möglichkeiten und Inspirationen. Die Videos gelten aktuell für mich als Einstieg und erstes Sammeln von Erfahrungen mit der Welt der Videos.“

Das letzte Video seines Kanals wurde im August veröffentlicht und war ein VLOG zur diesjährigen Gamescom, auch weil es seine erste Gamescom war, wollte er diese für sich und andere festhalten.

Allerdings nutzt er Youtube in letzter Zeit eher, um selbst Videos zu gucken, da er als Kameramann im Alltag schon genug mit Videos zu tun hat.

Im Winter schließt er planmäßig seine Ausbildung ab und hat schon jetzt mit seiner Homepage sauerland-film.de erste Schritte in Richtung zukünftiger Karriere gemacht. Dabei hilft er bereits momentan beim Schnitt und Dreh von Musikvideos oder Imagefilmen. „Im Rahmen von Praktika, wie zum Beispiel bei Greifswald TV, konnte ich mich auch weiterentwickeln und neue Perspektiven beim Filmemachen entdecken.“Johanna Heindl (16) besucht das Hansa-Gymnasium, Vincent Huysmann (19) studiert in Greifswald

Johanna Heindl und Vincent Huysmann

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