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Bildhauer Karl Lemke hinterlässt bedeutendes Werk

Barth Bildhauer Karl Lemke hinterlässt bedeutendes Werk

. Der Bildhauer Karl Lemke starb im Alter von 92 Jahren. Sein Atelier in Barth-Glöwitz ist seit dem 18. Oktober verwaist.

Barth. . Der Bildhauer Karl Lemke starb im Alter von 92 Jahren. Sein Atelier in Barth-Glöwitz ist seit dem 18. Oktober verwaist. Von der geliebten Bildhauerei hatte er sich schon lange verabschieden müssen. „Die Hände können das Werkzeug nicht mehr halten“, gestand er vor zwei Jahren. Doch er setzte in einem Atemzug hinzu: „Solange ich lebe, werde ich mich mit künstlerischen Mitteln ausdrücken.“ Deshalb griff Lemke zu Feder und Pinsel und stellte seinen außergewöhnlichen bildhauerischen Arbeiten ein ebenso bedeutendes grafisches Werk an die Seite.

 

OZ-Bild

Der Bildhauer Karl Lemke starb mit 92 Jahren.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Der Weg zur Kunst begann für den gebürtigen Berliner 1945 in einem Lazarett bei Bielefeld. In der Krankenstation entdeckte er Knetmasse. Erst spielerisch, dann immer ernsthafter, formte er das weiche Material. Die Freude am künstlerischen Schaffen hatte den damals 21-jährigen Karl Lemke ergriffen. Eine Leidenschaft, die durch Begegnungen mit Architekten und Künstlern sowie die Arbeit als Steinmetz in einer Dombauhütte gefördert wurde.

1948 machte sich Lemke mit einer Mappe voller Zeichnungen auf den Weg zu Gustav Seitz, Professor an der Technischen Universität Berlin. Von 1951 bis 1953 wurde er – an der Akademie der Künste der DDR – dessen Meisterschüler. In der traditionellen Berliner Bildhauerschule fand er ein lebenslanges Vorbild und fühlte sich stets der figürlichen Plastik verpflichtet. Dabei legte er Wert auf eine möglichst naturnahe Darstellungsweise und Wahrhaftigkeit. „Am Stein ist es nicht möglich zu lügen“, formulierte er sein Credo. Als Dozent für Plastik unterrichtete er selbst ab 1971 an der Kunsthochschule in Berlin-Weißensee.

1976 zog der Künstler mit seiner Frau, der Bildhauerin Margret Middell, nach Barth-Glöwitz an den Bodden. Auftakt für eine besonders fruchtbare Schaffenszeit. Aufträge für Plastiken im öffentlichen Raum häuften sich. So schlug Lemke einen Stier für Schwedt aus Granit, formte eine bronzene Frauengestalt für Rostocks Westfriedhof und schuf Brunnen für Berlin oder Erfurt. Seine Werke sind in öffentlichen Sammlungen zu finden, unter anderem in Berlin, Marbach und Halle. Sie erinnern an Karl Lemke, einen Künstler, für den „grenzenlose Geduld das eigentliche Werkzeug“ war.

Werner Geske

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