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Kultur Bissige Satire gegen Dinge, die nerven
Nachrichten Kultur Bissige Satire gegen Dinge, die nerven
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00:00 26.01.2018
Rostock

Ausgangspunkt? Der sogenannte Problemkatalog. Fragestellung: „Was kotzt dich an?“ Alkohol? „Nicht zwangsläufig nötig, aber er stört auch nicht“ – so ließe sich wohl in Kurzform beschreiben, wie das Programm der Rostocker Kabarett-Truppe „ROhrSTOCK“ entsteht. Klar dabei ist: Bierernst nehmen sollte man das Ganze nicht. Das tun weder Michael Ruschke – seit 1989 Leiter und Autor des Kabaretts – noch seine drei Mitstreiter Sandra Werner, Tom Wrase, Jens Dehmlow. Wichtiger ist ihnen der Spaß am Spaß. Auch wenn dazu beim Kabarett gleich noch das passende Problem geliefert wird. Und da gibt es in Meck-Pomm so einige. Eine Kostprobe lieferte das Quartett beim OZ-Kultur-Talk mit Chefredakteur Andreas Ebel und Thorsten Czarkowski, Vertreter der Kulturredaktion. Dazu waren rund 90 Besucher ins Medienhaus gekommen.

Schnell war klar: Wenn das dienstälteste Studentenkabarett antritt – vor zwei Wochen feierte es den 48. Geburtstag, verbuchte insgesamt rund 150 Darsteller – bleibt kein Auge trocken. Etwa wenn die ROhrSTÖCKER als Nachrichtensprecher des Senders „Hungrig.2“, einem Tochterunternehmen von „Satt.1“, Kanzlerin Merkel verbal für den NSA-Abhörskandal abwatschen oder sie zur Schuldigen für das Absacken der Autobahn 20 machen, nachdem sie darübergefahren ist: „Das Tribseer Moor wird zum Merkelbruch“.

Innerhalb kürzester Zeit erwecken sie auf der Bühne diverse schrullige Charaktere zum Leben: einen „Bullizei“-Beamten als Einzelkämpfer im Einsatz gegen den schwarzen Block („Vermummt? Nein, ich trage nicht mal einen Helm“), zwei obdachlose Alkis, die den Inhalt der OSTSEE-ZEITUNG liebevoll zerpflücken, oder Landwirtschaftsminister Till Backhaus, der mit der abgesackten A 20 die Verbindung nach Polen kappt, damit Wölfe und die afrikanische Schweinepest nicht nach MV kommen. Backhaus ist übrigens auch gern gesehener Gast bei ROhrSTOCK. „Er hat wirklich Humor und mag, was wir machen“, sagt Sandra Werner. Seit Oktober 2017 ist die Truppe mit dem neuen Programm „Die Scheinheiligen“ unterwegs – es ist das bisher 125..

Und noch lange nicht das letzte. Am 10. Januar 2020 soll der 50. „ROhrSTOCK“-Geburtstag gefeiert werden. Auch wenn sich die Nachwuchssuche nicht immer leicht gestaltet: „Das Genre Kabarett ist bei den jungen Leuten nicht mehr so verdrahtet“, hat Ruschke erlebt. Dennoch werde der „ROhrSTOCK“, von dem es auch ein junges Kabarett mit drei Darstellern gibt, weiter wachsen, ist er sich sicher.

Dafür sorgt schon der Spaßfaktor, denn: „Auch wenn ein Tag noch so schlecht war“, sagt Sandra Werner, „sobald man auf der Bühne steht, ist alles wieder gut.“

Weitere Termine von ROhrSTOCK:

27. Januar, 20 Uhr, Ursprung;

31. Januar, 20 Uhr, Bühne 602;

Weitere Infos unter:

www.kabarett-rohrstock.de Video unter:

www.ostsee-zeitung.de//rohrstock

Stefanie Büssing

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