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Böhmische Musizierlust

Schwerin Böhmische Musizierlust

„Neue Welt“ nannte sich das 4. Sinfoniekonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin, entlehnt aus dem Beinamen von Antonín Dvoráks hinreißender Sinfonie Nr.

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Heinz-Jürgen Staszak über ein Sinfonie- konzert der Staatskapelle Schwerin

Schwerin. „Neue Welt“ nannte sich das 4. Sinfoniekonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin, entlehnt aus dem Beinamen von Antonín Dvoráks hinreißender Sinfonie Nr. 9 e-Moll, komponiert und uraufgeführt 1893 in New York. Sie bildete den krönenden Abschluss: in einer gut disponierten Gestaltung von Chefdirigent Daniel Huppert, in der sich die amerikanischen „Erfrischungen“ deutlich geltend machten; mit einer guten Annäherung an den romantischen Klang; in der sorgfältigen Ausformung vielleicht ein wenig zu respektvoll, so dass sich der Fluss böhmischer Musizierlust nicht immer ungehindert entfaltete, am eindrucksvollsten in der fremdartigen Innigkeit des Largo. Und die Kraft des Werkes setzte sich durch und es gab langanhaltenden begeisterten Applaus.

Zuvor hatte es neuere Piecen tatsächlich aus der Neuen Welt gegeben. Eingeleitet von der kessen „Candide“-Ouvertüre (1956) Leonard Bernsteins, vielleicht nicht ganz mit ihrer ungenierten flotten Schmissigkeit gespielt. Abgeschlossen von „Short Ride in a Fast Machine“ (1986) — eine knappe „Orchesterfanfare“ von John Adams (69), im Stil der amerikanischen Minimalmusik mit ihren sich ständig wiederholenden Kurzelementen, hier nicht ganz zum schwindelerregenden Geschwindigkeitsrausch führend.

Darin eingeschlossen das Concerto für Klarinette und Streichorchester mit Harfe und Klavier (1948) von Aaron Copland, einem der ersten eigenständigen sinfonischen Komponisten der USA. Den Solopart spielte der Klarinettist Sebastian Manz (30) mit einer reifen, auch die Extreme gut beherrschenden Technik: Auf dem vom Orchester ausgebreiteten Klangteppich im ersten Satz mit elegischer Kantabilität, im zweiten Satz, der Cadenza, nun ohne Orchester, mit virtuosen Zauberstücken und im dritten Satz mit einem kecken Spiel von verwandelten Ragtime- und anderen Jazzidiomen. Und dafür gab es so viel dankbaren Beifall, dass er mit einem jazzigen Strawinsky-Satz antworten musste.

OZ

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