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Bonn und Bern zeigen Kunstwerke aus dem Gurlitt-Nachlass

Bonn/Bern Bonn und Bern zeigen Kunstwerke aus dem Gurlitt-Nachlass

Das Interesse dürfte riesig sein: Werke aus der umstrittenen Gurlitt-Sammlung sollen in gleich zwei Ausstellungen gezeigt werden. Die konkreten Konzepte werden in den kommenden Monaten erarbeitet.

Bonn/Bern. Kunstwerke aus dem Nachlass des umstrittenen Sammlers Cornelius Gurlitt sollen im kommenden Winter in zeitgleichen Ausstellungen in Bonn und in Bern gezeigt werden.

Das Gemeinschaftsprojekt werde den aktuellen Forschungsstand zum „Schwabinger Kunstfund“ präsentieren und zur Transparenz beitragen, kündigten die Bundeskunsthalle in Bonn und das Kunstmuseum in Bern am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung.

„Das umfangreiche Werkkonvolut soll einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und von einer historisch-wissenschaftlichen Kontextualisierung begleitet werden“, heißt es darin. Die Ausstellungen sollten inhaltlich aufeinander abgestimmt werden. Dafür würden beide Häuser eng zusammenarbeiten.

Die Bonner Ausstellung soll auch dazu beitragen, weitere Hinweise zu noch offenen Provenienzen von Werken der Sammlung zu finden. Auch werde an Schicksale der von den Nazis verfolgten Kunstsammler und ihrer Sammlungen erinnert werden.

Gurlitts Vater Hildebrand war einer der wichtigsten Kunsthändler der Nazis. Daher besteht der Verdacht, dass einige Stücke seiner Sammlung Raubkunst sein könnten. Eine Taskforce konnte allerdings lediglich in fünf Fällen eindeutig NS-Unrecht nachweisen. Zwei dieser Bilder - Max Liebermanns „Zwei Reiter am Strand“ und die „Sitzende Frau“ von Henri Matisse - wurden inzwischen an die rechtmäßigen Erben übergeben.

Die Bundeskunsthalle und das Kunstmuseum kündigten eine gemeinsame Publikation zu beiden Ausstellungen an. Detaillierte Konzepte sollen Expertengremien erarbeiten. Neben wissenschaftlichen Kuratorenteams wird die Ausstellung im Kunstmuseum Bern von Matthias Frehner und Valentina Locatelli und in der Bundeskunsthalle von Rein Wolfs und Agnieszka Lulinska kuratiert. Beide Häuser haben sich auf einen gemeinsamen Beirat geeinigt. Es werden zudem Möglichkeiten geprüft, die Ausstellungen auszutauschen und an weiteren Orten zu zeigen. So ist für 2017 eine Station im Martin-Gropius-Bau in Berlin geplant.

Der im Mai 2014 gestorbene Gurlitt, in dessen Wohnungen in München und Salzburg weit mehr als 1000 wertvolle Kunstwerke gefunden wurden, hatte als Erbe seiner Sammlung das Kunstmuseum Bern bestimmt. Dies wird von Gurlitts Cousine Uta Werner vor Gericht angefochten.

Bemühungen um eine Ausstellung von Werken der Gurlitt-Sammlung bei der nächsten Documenta hatte Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Januar eine Abfuhr erteilt. Als einen Grund nannte sie dem Deutschlandfunk das noch laufende Erbstreitverfahren. Zudem gebe es als Teil der Erforschung der Herkunft der Werke konkrete Pläne, diese „in Pietät vor den Biografien der Opfer würdevoll öffentlich auszustellen und damit einen weiteren Beitrag zur Aufklärung zu leisten“. Dies geschehe in Absprache mit dem Kunstmuseum Bern.

dpa

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