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Kultur Brecht – Theatergenie und Frauenheld
Nachrichten Kultur Brecht – Theatergenie und Frauenheld
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01:32 13.08.2016

. Er galt als geniales Großmaul. Und von seinem Nachruhm hatte er ganz klare Vorstellungen: „Schreiben Sie, dass ich unbequem war und es auch nach meinem Tod zu bleiben gedenke“, sagte Bertolt Brecht wenige Wochen vor seinem Tod zu dem Pfarrer und Publizisten Karl Kleinschmidt. Am 14. August jährt sich Brechts Todestag zum 60. Mal.

Der Dramatiker und Lyriker Bertolt Brecht (1898-1956) Quelle: dpa

Mit seiner Prophezeiung sollte der dichtende Sozialrevolutionär Recht behalten. Bis heute werden Brechts Theaterstücke in aller Welt gespielt, seine Gedichte gelesen und seine Bühnentheorien gelehrt.

Brecht ist laut Bühnenverein-Statistik 2014/15 nach Shakespeare und Schiller der meistinszenierte Autor an deutschsprachigen Theatern. Neben dem antikapitalistischen Singspiel „Die Dreigroschenoper“ gehören „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ und „Der gute Mensch von Sezuan“ derzeit zu den beliebtesten Stücken. „Ändere die Welt, sie braucht es“, lautete Brechts Motto. Mit künstlerischen Mitteln kämpfte er für eine gerechte Welt ohne Ausbeutung.

Um Bekanntheit zu erlangen, habe Brecht bewusst die damals neuen Formen Foto und Film genutzt, sagt Stefan Keppler-Tasaki von der Universität Tokio, der an FU Berlin zu Schriftsteller-Auftritten im Film forscht. „Standen ältere Literaturstars wie Thomas Mann der medialen Welt noch mit einiger Scheu gegenüber, war Brecht der erste geborene Medienprofi des Kinozeitalters.“ Mit schwarzer Lederjacke, Kappe, Grinsen, Zigarre und Nickelbrille habe sich der Dichter als Kultur-Bolschewist inszeniert.

1956 starb der gebürtige Augsburger Brecht im Alter von 58 Jahren in Ost-Berlin. Nach seiner Rückkehr aus dem amerikanischen Exil hatte sich Brecht für die DDR als neue Heimat entschieden.

Brecht, Sohn eines Papierfabrik-Direktors, schuf 48 Theaterstücke, mehr als 2300 Gedichte und zahlreiche Prosawerke – zu den großen Dramen gehören „Der gute Mensch von Sezuan“ und „Leben des Galilei“.

Das von Brecht und Helene Weigel gegründete Berliner Ensemble erhielt zuerst Gastrecht am Deutschen Theater Berlin. 1954 zog es ins Theater am Schiffbauerdamm um, wo heute Claus Peymann der Hausherr ist. Die „Unbeständigkeit der menschlichen Natur“ faszinierte Brecht. Eine Unbeständigkeit, die er auch an sich selbst beobachtete, zum Beispiel in seinem ausbeuterischen Umgang mit Frauen, wie Elisabeth Hauptmann, Ruth Berlau und Margarete Steffin. Zeitweise soll er Beziehungen mit zwei oder drei Frauen gleichzeitig gehabt haben.

Was bleibt, sind seine Werke mit klarer Sprache und klarer Botschaft. Elke Vogel

OZ

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