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Brodkorb: „Kampf zur Rettung des Humanen“

Rostock Brodkorb: „Kampf zur Rettung des Humanen“

Man kennt ihn als den wuchtigen Künstler, der sich im weißen Blaumann lebensfroh in sein Werk kniet.

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Günther Uecker mit Ehefrau Christine (l.), Schwester Rotraut Moquay aus Arizona und Sohn Jacob aus London.

Quelle: Thomas Häntzschel

Rostock. Man kennt ihn als den wuchtigen Künstler, der sich im weißen Blaumann lebensfroh in sein Werk kniet. In Rostock, vor 400 Gästen bei der Vernissage der Ausstellung „Der geschundene Mensch“ zeigte sich Günther Uecker berührt: „Ich bin sehr gerührt, dass so viele Menschen gekommen sind, diese Ausstellung zu sehen. Die verletzenden Ereignisse von damals haben mich inspiriert, diese Arbeiten zu schaffen. Nun bin ich froh, dass sie hier sind und ich das Empfinden habe, Rostock hat sich verändert. Das ist ein Moment der Heimkehr für mich.“

Im White Cube der Kunsthalle drehte sich sich das Werk „Schleifmühle“, der Saal im Untergeschoss war rappelvoll mit Kunstinteressierten und Künstlern aus ganz MV, die bis auf den Vorplatz standen – ein Event, bei dem es um die Kunst ging und ums Sehen und Gesehenwerden. Mit dabei war Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD), der Uecker 2013 mit Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann besucht hatte, um ihn zu überzeugen, die Schau nach Rostock zu geben und ihm das Konzept des Neubaus Galerie „Alte & Neue Meister in Schwerin nahezubringen. Brodkorb sagte: „Ihr Werk ist sperrig, vor allem, wenn man bei Kunst einen wohligen Aspekt erwartet. Diese Ausstellung ist ein künstlerischer Kampf zur Rettung des Humanen.“

Neumann betonte, wie sehr ihm daran liege, Uecker nach Hause geholt zu haben: „Für mich ist das Freude und Scham zugleich. Freude, dass wir die Ausstellung haben, Scham, weil Rostock mit den Ereignissen von Lichtenhagen 1992 Auslöser dieser Ausstellung war. Aber Rostock hat sich verändert. Die Schau ist keine leichte Kost. Aber voller Friede und Wärme.“

Nina Bingel vom Institut für Auslandsbeziehungen, dem die Schau gehört, zieht nach einer Welttournee durch fast 60 Länder in 24 Jahren folgendes Fazit: „Die Aktualität dieser Ausstellung ging nie verloren – leider!“ Rassismus, Nationalwahn und Gewalt gegen Fremde haben weltweit zugenommen. Da sind sich alle Beteiligten dieser Schau, die exakt dagegen ankämpft, einig.

Michael Meyer

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