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00:00 11.09.2018
Rostock

Wenn zwei schillernde Persönlichkeiten wie Joachim Ringelnatz (1883-1934) und Feliks Büttner (geb. 1940) aufeinandertreffen, kann dabei nur etwas Besonderes entstehen: In diesem Fall ist es das von Büttner illustrierte Buch „Feliks Büttner: Joachim Ringelnatz“, in dem er den Protagonisten der Ringelnatz’schen Texte farbenfrohes Leben eingehaucht hat. Am Donnerstag wurde das Werk in der „anderen buchhandlung“ in Rostock vorgestellt.

Buch- präsentation in Rostock: Der Künstler Feliks Büttner signiert sein Werk für Besucher. Quelle: Foto: Stefanie Büssing
Feliks Büttner: Joachim Ringelnatz, Hinstorff Verlag, 2018, 96 Seiten, 16 Euro

Skurriles und Groteskes liegen sowohl Ringelnatz wie auch Büttner im Blut. Die Wege der zwei Sachsen kreuzten sich bereits – wenn auch zeitversetzt – in Warnemünde. 1915 wurde Matrose Ringelnatz als Minensuch-Sachverständiger nach Rostock geschickt und entdeckte Warnemünde als Ort der Inspiration. Im damaligen Café Meyer entstanden die ersten Verse zum Kuttel Daddeldu. Texte und Bilder von Ringelnatz finden sich heute im nach ihm benannten Restaurant, in dem viele Jahre später auch Künstler Feliks Büttner sitzt und über Ringelnatz sinniert.

„Vor vielen Jahren habe ich das Ringelnatz-Gedicht ,Die Ausgetretenen’ gelesen. Das war anzüglich und irgendwie verballhornt. Da habe ich Blut geleckt“, verrät Büttner. „Mit Goethe konnte ich nie was anfangen“, sagt er. Wohl aber mit dem Ringelnatz’schen Humor. Vielleicht, weil er von dem des Künstlers nicht weit entfernt ist. Mit Ringelnatz kann er sich identifizieren. Ein kauziger Typ, das mache ihn sympathisch. „Wir sind uns ähnlich“, sagt Büttner. „Und wir verkehren in derselben Kneipe“, fügt er hinzu und lacht. Denn passenderweise hat ihm Ringelnatz einen Gruß auf die Rückseite seines Buches geschrieben: „Guten Morgen, Feliks. Wenn du wieder mal im Café Ringelnatz sitzt, dann komme ich mal hin. Mal gucken, wie das heute so aussieht. Viele Grüße an Warnemünde, Joachim Ringelnatz“, ist dort zu lesen. Aus dem Sinnieren über Ringelnatz im Warnemünder Ringelnatz sind Bilder entstanden, die zurzeit in einer Ausstellung in Wurzen gezeigt werden und zudem ein ganzes Buch füllen. Die Verse dazu trugen bei der Buchvorstellung Edith Geier und der Berliner Kunstwissenschaftler Ulrich Kavka vor, musikalisch untermalt von Jürgen Plato. Zum wilden, ungezügelten Pinselstrich Büttners, bekennender Jazzsüchtiger, gab es Jazz, was auch sonst.

Stefanie Büssing

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