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Buchbranche fordert mehr Hilfe für Verlage

Frankfurt/Main Buchbranche fordert mehr Hilfe für Verlage

Rund 7300 Anbieter aus mehr als 100 Ländern präsentieren sich bis Sonntag in Frankfurt / Ehrengast ist Frankreich

Frankfurt/Main. . Die deutsche Buchbranche fordert von der künftigen Bundesregierung mehr Einsatz für eine unabhängige und lebendige Verlagslandschaft. „Es geht um nichts Geringeres als die Qualität der Bildung“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, gestern in Frankfurt. Am Abend hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron gemeinsam die Frankfurter Buchmesse eröffnen. Diese erwartet dieses Jahr mehr Aussteller als im Vorjahr.

 

OZ-Bild

Auf der Buchmesse in Frankfurt: Die weltgrößte Bücherschau findet bis 15. Oktober statt.

Quelle: Foto: Dpa

Nur wenn Verlage auch eine marktgerechte Vergütung erhielten, könnten sie in Literatur und innovative Vertriebsmodelle investieren, sagte Riethmüller. Er kritisierte die vom Bundestag im Sommer beschlossenen Einschränkungen des Urheberrechts. Wenn etwa Kindergärten und Hochschulen bestimmte Anteile von digitalen Werken kostenlos zusammenstellen dürften, sei dies ein schwerer Schlag für die rund 600 Bildungs- und Wissenschaftsverlage.

Die 69. Frankfurter Buchmesse rechnet in diesem Jahr mit einer leichten Steigerung der Ausstellerzahl um gut zwei Prozent. Insgesamt werden zur weltgrößten Bücherschau, die vom heutigen Mittwoch bis Sonntag dauert, 7300 Anbieter aus über 100 Ländern erwartet, wie Buchmesse-Direktor Juergen Boos sagte. Ehrengast ist Frankreich, es sind allein 200 Schriftsteller aus der frankophonen Welt angekündigt. Die Veranstalter erwarten rund 270000 Besucher.

Angesichts eines erstarkten Rechtspopulismus und Fake News komme den Verlagen eine wichtige Rolle zu, sagte Boos. „Wir liberal-demokratisch gesinnten Büchermenschen müssen in Zeiten, in denen ... die Verbreitung von Angst und Hass wieder gesellschaftsfähig wird, mit attraktiven Gegenentwürfen antworten“, sagte Boos. Auch Riethmüller betonte, dass Verlage und Buchhandlungen verlässliche Informationen lieferten und den Dialog förderten.

Das Buch erlebe seine „weltweit beste Zeit seit 50 Jahren“, sagte der Chef des weltgrößten Publikumsverlags Penguin Random House, Markus Dohle. Die Buchmärkte seien in den vergangenen Jahren in den meisten Ländern langsam, aber kontinuierlich gewachsen und es habe sich eine „gesunde Koexistenz“ zwischen gedruckten und digitalen Büchern entwickelt. Besonders positiv stimmt Dohle, dass Kinder- und Jugendbücher zu den am schnellsten wachsenden Kategorien zählten.

Andrea Lã¶bbecke

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