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Buchmarkt mit weniger Umsatz

Frankfurt/Main Buchmarkt mit weniger Umsatz

Im Buchhandel wächst derzeit nur der Verkauf über das Internet. Vom E-Book spricht nach dem einstigen Hype derzeit kaum noch jemand. Um wieder mehr Umsatz zu machen, hofft die Branche auf steigende Preise bei Büchern.

Frankfurt/Main. Es ist eine ernüchternde Bilanz: Im deutschen Buchhandel ist der Umsatz wieder auf dem Niveau vor zehn Jahren angekommen. 2015 hat die Branche - wie schon 2005 - knapp 9,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Zwischenzeitlich war sogar an der Marke von zehn Milliarden Euro gekratzt worden.

Trotz des erneuten Umsatzrückgangs von 1,4 Prozent im vergangenen Jahr verbreitet der Dachverband dennoch Zuversicht. Der „beispiellose Medienwandel“ durch Facebook etc. sei inzwischen gut überstanden, sagt der Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, am Dienstag in Frankfurt. „Das Buch ist in unserer Gesellschaft fest verankert.“

Ob branchenüblicher Zweckoptimismus oder nicht: Feststeht, dass der digitale Umbruch auf dem Buchmarkt in Deutschland zunächst mal ein Ende gefunden hat. Der Anteil des nur noch schwach wachsenden digitalen Buchs am Gesamtumsatz liegt derzeit bei lediglich 4,5 Prozent - weit unter allen Prognosen während des E-Book-Hypes. In den USA hat das E-Book dagegen einen Anteil von rund 25 Prozent erreicht.

Das Leseverhalten in Deutschland ist offensichtlich anders. Der Börsenverein verweist zugleich gerne darauf, dass der deutsche Handel mit dem „Multichanneling“ - dem Verkauf im Laden und über das Internet - seine Hausaufgaben gemacht habe. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass anders als in den USA die auch für das E-Book geltende Buchpreisbindung den Handel besonders schützt. Kampfpreise gibt es nicht.

Gefahr droht dem Handel aber weiterhin vom Buchverkauf über das Internet. Dieses Geschäft wird zu geschätzten 75 Prozent vom Großhändler Amazon beherrscht. Der Online-Verkauf hat nach zwei schwachen Jahren im Jahr 2105 mit einem Zuwachs von 6,0 Prozent wieder deutlich an Fahrt aufgenommen. Rund 1,6 Milliarden Euro werden im Netz umgesetzt. Fast jedes sechste Buch wird dort verkauft.

Der traditionelle Einzelhandel hat dagegen 2015 mehr als drei Prozent Umsatz verloren. Auch der stationäre Händler verkauft zwar inzwischen über das Internet Bücher. Doch die Ausbeute ist noch mager. Nur die größeren Handelsketten kommen auf einen Anteil von rund zehn Prozent.

Angesichts solcher Einbußen könnte der Handel höhere Buchpreise gut gebrauchen. Denn Bücher sind in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich billiger geworden. Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller, selbst Buchhändler, hofft auf eine Wende. Er verweist auf einen Trend zu hochwertig ausgestatteten Büchern. Es gibt noch einen weiteren Hoffnungsschimmer: In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind die Geschäfte überraschend gut gelaufen. Das Umsatzplus liegt bei knapp zwei Prozent.

dpa

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Quelle: Spiegel

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