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01:24 31.01.2018
Dorf Mecklenburg/Freiburg

Im Januar hatte ein Interview des Fußball-Profis Nils Petersen (29) hohe Wellen geschlagen. „Die Fußballbranche ist oberflächlich, und wir Fußballer sind nicht so belesen“, sagte der SC-Freiburg-Spieler damals dem Nachrichtenmagazin Focus. „Salopp gesprochen, verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann.“ Das warf erstmal kein gutes Licht auf die Bundesliga-Profis. „Die Verblödungs-Geschichte war ein bisschen salopp formuliert und wurde auch nicht ganz korrekt wiedergegeben“, schätzt Nils Petersen heute ein. Aber sein Interview hatte auch gute Seiten, denn ihn erreichten hinterher viele kulturelle Anregungen und Angebote. „Das Feedback war sehr positiv. Ich habe viele Bücher zugeschickt bekommen“, sagt Nils Petersen. Und: „Auch über die Eintrittskarten für das Agrarmuseum Dorf Mecklenburg habe ich mich sehr gefreut.“

Nach umstrittenen Äußerungen hat das Agrarmuseum in Dorf Mecklenburg Fußball-Profi Nils Petersen und dessen Freiburger Team eingeladen.

Fußball-Profi

Nils Petersen vom SC Freiburg

FOTOS:

PATRICK SEEGER/

DPA (1), PRIVAT (1)

Denn das Echo auf die Äußerungen von Nils Petersen hatte im Januar auch Mecklenburg-Vorpommern erreicht. „Ich habe in der OSTSEE-ZEITUNG davon gelesen“, sagt Björn Berg (53), der seit 2017 das Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg leitet. Ganz spontan schickte der Museumsleiter zwei Freikarten aus Dorf Mecklenburg nach Freiburg. „Das war ja keine große Mühe, das hat mich nur 70 Cent Porto gekostet“, meint Berg. Und sein Museum bietet einiges an Wissenswertem. Es wird nicht nur Zeitgeschichte dargestellt und landwirtschaftliche Technik präsentiert. „Wir zeigen hier viele Aspekte des bäuerlichen Lebens etwa von 1850 bis zum Ende der DDR“, umreißt Björn Berg das Konzept. Dabei ist zum Beispiel eine alte Schmiedewerkstatt zu sehen, auch Technik aus den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG). Berg, der aus Hamburg stammt, weiß um die vielen Ost-West-Unterschiede und will ein differenziertes Geschichtsbild zeigen. Auch aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, als Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten kamen und sich eine neue Existenz aufbauten. „Im Westen waren es Flüchtlinge, im Osten hießen sie Umsiedler“, sagt er „das hatte hier auch politische Gründe.“ Der große Unterschied aber: „Im Osten haben die Umsiedler nach der Bodenreform Land bekommen, nicht viel, sechs bis acht Hektar.“ Björn Berg würdigt die Aufbauleistung, die von den Neubauern nach dem Krieg in der DDR vollbracht wurde, bis die LPGs gegründet wurden. Auch unter den neuen Bedingungen gab es ein soziales Miteinander und gegenseitige Hilfe. „Eine Diktatur schweißt die Menschen auch zusammen“, meint Berg.

Solcherart Wissenvermittlung ist Museumsalltag in Dorf Mecklenburg. Aber der Museumsleiter zeigt sich seit vielen Jahren auch fußballinteressiert. „Ich habe die Karriere von Nils Petersen verfolgt und fand’s zum Beispiel schade, dass er bei den Bayern keine Chance bekam“, sagt Björn Berg. Ansonsten schwelgt der Agraringenieur in Erinnerungen an die große Zeit des HSV: Denn Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger war der Hamburger Sportverein von Erfolg zu Erfolg geeilt.

Fußballprofi Nils Petersen würdigt das Angebot aus Dorf Mecklenburg. „Allein deren Mühe ist es wert, dass ich es irgendwann einmal dorthin schaffe. Kurzfristig geplant habe ich es aber noch nicht – zwischen Freiburg und Dorf Mecklenburg liegen ein paar Kilometer.“ Und Björn Berg legt noch einen drauf: „Von mir aus kann auch die ganze Freiburger Mannschaft kommen!“ Am 6. Oktober 2018 feiert das Kreisagrarmuseum in Dorf Mecklenburg seinen 40. Geburtstag. „Das wäre doch ein guter Anlass“, schlägt Berg vor.

Thorsten Czarkowski

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