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Kultur Christo: Die Floating Piers im Iseosee sind einfach „sexy“
Nachrichten Kultur Christo: Die Floating Piers im Iseosee sind einfach „sexy“
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00:00 03.05.2016

Wann hatten Sie erstmals die Idee, schwimmende Stege zu kreieren?

Christo: Die Idee, die Stege zu bauen, auf denen Menschen über das Wasser gehen können, habe ich schon seit fast 50 Jahren. Ich liebe einfach die Vorstellung, Menschen auf einem wunderschönen Stoff über Wasser spazieren zu lassen. Ursprünglich war der Rio de la Plata in Argentinien dafür angedacht. Das war bereits in den 1970er Jahren, aber wir haben keine Erlaubnis bekommen. 1995/96 haben wir es dann in Tokio versucht, aber auch da bekamen wir keine Erlaubnis.

Und wie kamen Sie auf den Iseo-See in Norditalien?

Christo: Ich bin im vergangenen Jahr 80 Jahre alt geworden, und ich habe mir gesagt, jetzt muss etwas geschehen, und zwar schnell. Da gab es schon die Chance, das Projekt in Europa durchführen zu können und nach 40 Jahren nach Italien zurückzukehren. Wir haben uns dann alle norditalienischen Seen angeschaut, den Comer See, den Lago Maggiore und den Iseo-See. Wir haben uns für letzteren entschieden, weil er in der Mitte eine große Insel hat, die Monte Isola. Zudem gibt es noch eine kleinere Insel, San Paolo. Die Stege werden diese Inseln mit dem Festland verbinden und einmal ganz um die Insel San Paolo führen.

Wie müssen wir uns die Floating Piers vorstellen?

Christo: Die Stege werden rund drei Kilometer lang und 16 Meter breit sein. Gebaut sind sie aus zusammengeschraubten Würfeln aus Polyethylen. Der Stoff ist Dahliengelb-Golden und wird je nach Einfall des Sonnenlichts fast in einem dunklen Rot oder tiefen Orange erscheinen. Selbst wenn ein Boot vorbeifährt, werden die Stege nicht schaukeln, sondern die Wellen werden quasi in den Stoff einfließen. Die Menschen werden das Wasser unter ihren Füßen spüren und sehen, wie sich die Wellen unter der Oberfläche des Stoffes bewegen. Das ist sehr sexy, sehr aufregend.

OZ

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