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Kultur Clownerie und große Spielfreude
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00:11 03.05.2018
Gibt immer wieder gern den Clown: Theaterpädagogin Elisa Weiß (38). Für Kinder und Erwachsene bietet sie Workshops an. Quelle: Foto: Privat
Stralsund

Studiert hat sie Erziehungswissenschaften und Ethnologie. Und eigentlich wollte sie in die Entwicklungshilfe gehen. Doch dann stand für Elisa Weiß schon bald fest, dass es sie mehr zum „Gemeinschaftserlebnis Theater“ zieht, denn: „Theater darf alles, kann mit allen und allem spielen, über alles reden. Was ist wichtig im Leben? Was macht den Menschen glücklich? Wie bewältigt man Konflikte?“

So kam es, dass die junge Frau, die in Frankfurt am Main aufgewachsen ist und zwei Jahre als Kind in Frankreich gelebt hat, bereits während ihres Studiums in Heidelberg ein Kinder- und Jugendtheater leitete. Sehr schnell entdeckte sie Tanz, Bewegung und Körpersprache als ganz starke Ausdrucksmittel. In Berlin beschäftigte sie sich ein Jahr mit zeitgenössischem Tanz. In Klagenfurt in Österreich baute sie als leitende Theaterpädagogin den Kontakt zu Schulen und einen Jugendclub auf. Und auch in Graz arbeitete sie mit jungen Leuten.

Seit September ist die 38-Jährige Theaterpädagogin für Schauspiel und Tanz am Theater Vorpommern – und steckt voller Ideen und Elan. „Ich war positiv und freudig überrascht, dass ich hier auf eine so extrem aktive Kinder- und Jugendarbeit gestoßen bin“, sagt Elisa Weiß. Es sei zu spüren, dass Intendant Dirk Löschner ein großes Herz für diesen Bereich der Theaterarbeit habe. Das zeige sich in den verschiedenen Jugendclubs, die bestehen, oder in den Klassenzimmerstücken, die „super laufen“. Es gebe einen wahnsinnigen Bedarf, erfuhr Elisa Weiß. Und man komme gut ins Gespräch.

Wünschen würde sie sich aber, dass mehr Geld zur Verfügung steht, denn „die Theaterstrukturen hinken in diesem Fall hinterher“, schätzt Elisa Weiß kritisch ein. Doch bereits jetzt gebe es verschiedene Formate, die sich immer mehr einen festen Platz erobern, wie die Theaterwerkstätten, bei denen Improvisation und Spielfreude im Mittelpunkt steht. Dabei kommt der engagierten Theaterfrau vor allem auch eine ganz besondere Ausbildung in Paris zugute. Ein Jahr lang hat sie die renommierte und europaweit anerkannte Schule für Clownerie „Le samovar“ besucht.

Dort habe sie gelernt, wie Musik und Ausdruck des Körpers zum Sprachrohr von Emotionen werden können. „Der Clown sucht Anerkennung und Liebe. Er spielt mit dem Publikum. Und er muss das Auslachen aushalten können“, beschreibt sie, denn vorrangig gehe es „ums Scheitern“. Letztendlich will der Clown gesehen werden, und er strebe dem Applaus entgegen. Als Clown kann man Elisa Weiß nicht nur im Greifswalder Klinikum erleben. Ihre Erfahrungen gibt sie auch gern weiter, denn irgendwie stecke in jedem ein Clown, findet sie. Aber nur wenige haben den Mut, das auch zu zeigen. Wer neugierig ist, kann das beim nächsten Workshop am 2. Juni von 10 bis 17 Uhr im Theaterpädagogischen Zentrum in der Frankenstraße 57 ausprobieren.

Workshop mit tierischen Einblicken

Theaterpädagogin Elisa Weiß lädt am Sonnabend von 15 bis 17 Uhr zu einem Workshop ein. Kinder ab zehn Jahren, Jugendliche und Erwachsene beschäftigen sich mit der aktuellen Inszenierung „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“.

„Mit viel Lust am Spiel und Sich-Ausprobieren geben wir tierische Einblicke in die Grundlagen von Improvisation und Figurenentwicklung“, sagt Elisa Weiß.

Zu Gast ist der Schauspieler Ronny Winter, der in dem Stück die Rolle des Papa Pavian spielt. Im Anschluss kann die Vorstellung im Gustav-Adolf-Saal der Jakobikirche um 18 Uhr besucht werden.

Treffpunkt: Bühneneingang am Olof-Palme-Platz. Es wird um Anmeldungen unter e.weiss@theater-vorpommern.de gebeten.

Marlies Walther

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