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Kultur Cooler Hip-Hop beendet Kulturfestival
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17:14 13.05.2018
Das Quartett „Skenet“ aus Schweden sorgte zu Beginn des Abschlussfestes für ausgelassene Stimmung. Quelle: Petra Hase
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Greifswald

Nach der vierten Zugabe von „Skenet“ ist sie verschwitzt, aber überglücklich: „Das war einfach nur fantastisch“, sagt Mariann Ehlers völlig aus dem Häuschen. Die 29-jährige Greifswalderin kannte das schwedische Quartett bislang nicht.

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Das 27. Kulturfestival Nordischer Klang in Greifswald ist Geschichte. Rund 8000 Besucher erlebten die 40 Konzerte, Filmvorführungen, Ausstellungen und mehr. Das Abschlussfest im St. Spiritus machte seinem Namen alle Ehre.

Doch was sie am Sonnabend beim Abschlusskonzert des Kultur- und Musikfestivals „Nordischer Klang“ hörte, brachte ihren Puls in Wallung. Ausgelassen tanzte die Kindergärtnerin mit anderen Gästen unmittelbar vor der Bühne. „Ich liebe Folk, habe schon als Kind zu irischer Musik in unserer Küche getanzt“, verrät sie.

Da hat Frithjof Strauß, der künstlerische Leiter des Festivals, bei der Bandauswahl für den Abschlussabend mal wieder das richtige Händchen bewiesen: „Skenet“ spielt kraftvollen Folk Rock, der wahre Fans nicht auf den Stühlen hält. Insofern war es eine kluge Entscheidung, von vornherein zum Stehkonzert zu laden. Geigerin Lena Jonsson ist an diesem Abend nicht nur wegen ihrer knallroten Lackhose und der blonden Mähne, die sie verwegen nach hinten wirft, ein Hingucker. Die junge Frau hat die Musik im Blut, versprüht mit ihrem schnellen, professionellen Spiel gute Laune ins Publikum, unterstützt von ihrem Bruder Staffan (Gitarre), Niklas Bertilsson (Schlagzeug) und Johan Mörk (Bass).

Doch kaum hatten sich die erhitzten Körper der Konzertbesucher etwas abgekühlt, eroberte auch schon die siebenköpfige Band „DoktorDoktor“ die Bühne. Die Musiker aus Kopenhagen entfachten ein Hip-Hop-Fest vom Feinsten und erfreuten auch Jazzfans mit ihren handgemachten Sounds. Mit witzigen Songtexten übers Reisen und deutschsprachigen Anmerkungen sang sich Rapper Mads Glendorf ohne Umschweife in die Herzen der Zuhörer.

Für Professor Marko Pantermöller war das Abschlussfest im St. Spiritus mehr als ein weiterer gelungener Abend: Der Festivalleiter feierte mit diesem Konzert zugleich seinen 48. Geburtstag und konnte sich angesichts einer rundum gelungenen Woche entspannt zurücklehnen. „Viele der 40 Veranstaltungen waren ausverkauft. Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr 8000 Besucher kamen“, zog er Bilanz.

Selbst beim Stummfilm mit Livejazz, ein 2017 noch nicht ganz so gut besuchtes Format, blieb kein Platz leer. Sein persönliches Highlight aber, so Pantermöller, sei das Barockkonzert im Barockschloss Griebenow gewesen. „Das war wie eine Zeitreise ins 18. Jahrhundert“, schwärmt der Skandinavist.

Große Anerkennung habe der Nordische Klang von Gästen aus Schweden erfahren, freut sich Pantermöller. „Eine 15-köpfige Delegation des Musikförderverbandes war extrem überrascht, mit welch geringem Budget wir das Kulturfestival veranstalten. Dafür haben sie uns hohen Respekt gezollt“, sagt er.

Das Festival, das 2018 erstmals unter der Schirmherrschaft Estlands stand, finanziert sich über Zuschüsse und Sponsoring. Um die 115 000 Euro beträgt das Volumen. Das wird für die 28. Auflage im nächsten Jahr wohl ähnlich ausfallen. Dann wird voraussichtlich Dänemark Schirmherr sein. Der erste Vertrag ist bereits geschlossen: Finnland wird sich mit einem Flamencoabend präsentieren.

Hase Petra

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