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„Da ist viel Herzblut im Spiel“

„Da ist viel Herzblut im Spiel“

Der Schauspieler Ben Becker kommt während der Festspiele Mecklenburg- Vorpommern zu drei Auftritten ins Land.

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Als Schauspieler und Sprecher gleichermaßen gefragt: Ben Becker (51).

Quelle: Festspiele Mv

Herr Becker, gleich drei Termine für Sie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern 2016. Wie kam das denn zustande?

Ben Becker: Das müssten die Veranstalter besser wissen, für mich hat sich das so ergeben. Ich freue mich sehr, dass sich das so gefügt hat. Es ist ja auch eine große Ehre, auf diesem Klassikfestival auftreten zu dürfen.

Beginnen wir mit dem ersten Termin im Schlosspark von Hasenwinkel. Ist das für Sie nur eine Moderation oder mehr?

Becker: Da trete ich zusammen mit dem Deutschen Kammerorchester und dem Pianistenduo Lucas und Arthur Jussen auf. Mein Part dabei ist unter anderem, die Textcollage „Tiergestalten“ von Wolfgang Knauer vorzutragen.

Die anderen beiden Abende haben Sie selber konzipiert.

Becker: Ja, das sind Programme von mir, mit denen ich ja sonst auch auf Tournee in Deutschland bin. „Der Ewige Brunnen“ lebt zum Beispiel von den Texten großer Literaten, von Goethe über Fontane bis Heine. Das kenne ich noch aus meiner Kinderzeit, wenn wir Literatur in der Familie vorgetragen haben, zu Weihnachten zum Beispiel. Da waren dann die Lieblingsballaden zu hören.

Etwas überraschend ist, dass in diesem Programm auch Texte von Rio Reiser dabei sind. Müssten Sie die nicht eigentlich singen?

Becker: Ja, das mache ich auch manchmal, wenn mir danach ist. Die Länge des Abend variiert ohnehin, es können auch mal bis zu zweieinhalb Stunden Programm werden. Es gibt weitere schöne Texte, die ich noch in petto habe, von Hebbel zum Beispiel.

Lassen Sie an diesem Abend manchmal auch Wünsche aus dem Publikum zu?

Becker: Nee, das hab ich früher mal gemacht, aber das ufert dann zu sehr aus. Ich weiß aber, was das Publikum hören will. „John Maynard“ von Theodor Fontane zum Beispiel kommt immer gut an.

Das kennt wirklich jeder.

Aber, weil wir ja über die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern reden, Musik spielt an diesem Abend in Rostock auch eine Rolle?

Becker: Natürlich, Yoyo Röhm begleitet mich am Klavier, das wird wieder eine angenehme Kombination.

Ihr dritter Auftritt scheint es in sich zu haben, wie der Titel verspricht. „Ich, Judas – einer unter euch wird mich verraten“ – dieses Programm haben Sie konzipiert, da geht es ja thematisch ans Eingemachte. Es dreht sich also auch um Schuld.

Becker: Ich habe für das Programm einige Bibelpassagen ausgewählt und sie mit Texten von Walter Jens und Amos Oz kombiniert. Die Schuld, um die es bei der großen Judas-Problematik geht, ist tatsächlich ein schweres Thema. Zumal auch immer die Frage ist: Warum bin ich schuldig, wo habe ich schuld? Ich habe Fehler gemacht und ich setze mich damit auseinander. Wenn ich mal schuld habe, dann bekenne ich mich durchaus schuldig und habe die Eier, mich zu entschuldigen.

Also spielen an so einem Abend auch immer persönliche Erfahrungen von Ihnen mit?

Becker Ja, natürlich. Diese „Judas“-Vorstellung ist auch körperlich anstrengend für mich, da geht es wirklich ans Eingemachte. Da ist tatsächlich viel Herzblut von mir im Spiel.

Die St.-Nikolai-Kirche in Stralsund ist ein passender Ort für dieses Thema. Und wie sieht an diesem Abend ihre musikalische Begleitung aus?

Becker: Bei der „Judas“-Vorstellung wird Andreas Sieling mich an der Orgel begleiten.

Herr Becker, Sie sind natürlich auch als Schauspieler bekannt. Was steht aktuell bei Ihnen auf der Liste, machen sie mehr Theater oder mehr Film?

Becker: Beides abwechselnd, es gibt gerade genug zu tun.

Und was war das letzte Projekt für Sie als Schauspieler?

Becker: Ich habe gerade bei einem großen Dreiteiler mitgewirkt, das waren längere Dreharbeiten. Die Teile werden, glaube ich, Anfang des kommenden Jahres im ZDF gezeigt. Das ist ein hochinteressanter Stoff, der heißt „Berlin – Der geteilte Himmel“. Das ist eine spannende Spionagegeschichte, die in den siebziger Jahren spielt. Regisseur ist übrigens Oliver Hirschbiegel, der auch den „Untergang“ gemacht hat.

Ben Becker – dreimal bei den Festspielen MV

Am 9. Juli gastiert Ben Becker im Schlosspark Hasenwinkel bei der „Open Air Gala“ . Mit von der Partie sind das Deutsche Kammerorchester Berlin sowie das Klavierduo Lucas und Arthur Jussen. Ben Becker wird darin die Textcollage „Tiergestalten“ von Wolfgang Knauer vortragen. Einlass

15 Uhr, Beginn 18 Uhr.

Am 27. Juli um 19.30 Uhr heißt das Programm „Der Ewige Brunnen“ , eine Literatur-Performance mit Texten von Goethe, Fontane, Schiller und Heine bis zu Rio Reiser. Klavier: Yoya Röhm. Ort ist die Halle 207 in Rostock.

Am 28. Juli ist Ben Becker mit seinem Programm „Ich, Judas – einer unter euch wird mich verraten“ in der St.-Nikolai-Kirche von Stralsund zu Gast. Becker auf den Spuren der Bibel, auch mit Texten von Walter Jens und Amos Oz. Beginn: 19.30 Uhr.

Interview von Thorsten Czarkowski

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