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Kultur Dan Brown: Wissenschaft versus Religion
Nachrichten Kultur Dan Brown: Wissenschaft versus Religion
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00:00 13.10.2017
US-Autor Dan Brown stellte gestern auf der Buchmesse in Frankfurt seinen neuesten Titel „Origin“ vor. Quelle: Foto: Boris Roessler/dpa

Seine Romane sind Topseller. Doch vor der literarischen Arbeit setzt Dan Brown (53) erst einmal auf ausführliche Lektüre. „Ehe ich schreibe, lese ich – und fast ausschließlich Non-Fiction“, sagte er gestern auf der Buchmesse. In Frankfurt stellte der US-Amerikaner seinen neuen Thriller „Origin“ vor, der in der vergangenen Woche weltweit erschienen ist. Diesmal gehe es nicht um Machenschaften im Vatikan, sondern um die Frage, ob „Gott die Wissenschaft überlebt“. Das Thema Wissenschaft versus Religion sei ihm nicht unbekannt: „Meine Mutter spielte in der Kirche Orgel, mein Vater war Mathematiklehrer.“ Auch wenn die katholische Kirche diesmal nicht im Vordergrund stehe, mutmaßt er: „Ich schätze, sie wird trotzdem (über das Buch) klagen.“ Zur Frankfurter Buchmesse werden noch bis Sonntag rund 280000 Besucher erwartet. Für den deutschen Schriftsteller Sten Nadolny ist die Messe ein Ort, um Europa zwischen Buchdeckeln neu zu erfinden. Der 75-Jährige steuert den Roman „Das Glück des Zauberers“ bei, die deutsche Antwort auf „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg“: Ein Mann mit Zauberkräften umreißt eine ganze Epoche in Briefen an seine Enkelin Mathilda, die sein Talent geerbt hat. Das Zaubern ist bei Nadolny eine große Metapher dafür, das Leben mit Neugier und Raffinesse zu meistern. Wie Nadolny in „Die Entdeckung der Langsamkeit“ (1983) einen Gegenentwurf zu unserer beschleunigten Gesellschaft zeichnet, so wehrt er sich in seinem aktuellen Roman gegen die Entzauberung der Welt. „Mein Zauberer steht für einen freien Menschen. Und als solcher kann er eine wichtige Rolle bei der Neugestaltung Europas spielen“, sagt Nadolny im Gespräch mit OZ.

Dass Menschenrechte, wie freie Meinungsäußerung, vielerorts nicht eingehalten werden, ist ein Thema auf der Buchmesse. Zum Beispiel bei dem neuen Format „Weltempfang Satellit“, für das Messe-Direktor Juergen Boos Literaten interviewt. Er erinnerte gestern an die Buchmesse 2008, als die Türkei Gastnation in Frankfurt war: „Wir hatten dieselbe Regierung, das Land präsentierte sich weltoffen.

Seitdem hat sich alles geändert.“ Der im Berliner Exil lebende türkische Journalist Can Dündar hat Deutschland und die EU davor gewarnt, die Türkei zu isolieren. Stattdessen müsse sich die EU weiter öffnen, um den Widerstand gegen Erdogan zu stärken, sagte er gestern. Dündar war Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“. In der Türkei sind laut Menschenrechtsorganisationen derzeit rund 180 Autoren inhaftiert.

Eva Krafczyk/nina May

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