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Kultur Das Ende vom Lied ist nicht in Sicht
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00:04 08.05.2018
New York

Winter kommen, Winter gehen, der letzte war auch in unserer Welt ein langer. Aber wieder ist „das Buch“ nicht herausgekommen. Die Fans gehobener Fantasy sind entnervt. Sie wollen endlich wieder zurück nach Westeros. Das Ringen um den mittelalterlich anmutenden Kontinent ist offen, sein säumiger Chronist nicht mehr der Jüngste. Der jüngste Band, den der amerikanische Schriftsteller George R. R. Martin von seiner 1996 gestarteten Schwert-und -Magie-Saga „Das Lied von Eis und Feuer“ um ein Königreich in Krieg und Umsturz vorlegte, erschien vor sieben Jahren.

Noch kein Ende in Sicht: Autor George R. R. Martin spannt seine Fans auf die Folter. Quelle: Foto: T. Reichl

In jenem Jahr, 2011, startete auch die Verfilmung der bisher fünf (in Deutschland zehn) Bände unter dem Serientitel „Game of Thrones“ – mit durchschlagendem Erfolg. Die siebte Staffel verfolgten 2017 durchschnittlich 30 Millionen Menschen, allein in den USA. Vermutet wird in Fanzirkeln seit längerem, dass die letzten beiden Wälzer – „The Winds of Winter (Die Winde des Winters)“ und „A Dream of Spring (Ein Traum vom Frühling)“ – bereits fertig in Martins Schublade ruhen, aber nicht vor dem für 2019 anvisierten Ende der HBO-Serie veröffentlicht werden sollen. Damit die Anhängerschaft der Serie eben nicht zu früh erfahre, wie alles ausgeht für das mögliche Regententraumpaar Jon Snow und seine Tante und ebenso mögliche künftige Geliebte Daenerys Targaryen alias Khaleesi, alias Mutter der Drachen.

In den letzten Zeilen des bisher letzten Bandes von „Das Lied von Eis und Feuer“ starb Jon Snow, der grundgute Kommandant der Nachtwache, durch Verräterdolche. Die TV-Serie ist längst weiter: Snow ist wieder auferstanden und hat sich endlich als Strippenzieher im großen Ringen um den Eisernen Thron eingebracht. Eine Fortsetzung der Romanserie wäre also längst möglich. Und da Martin an vielen Stellen vom Serienverlauf abweicht, wüsste man schon gern, wie es auf Papier weitergeht. Etwa mit der im Buch von den Toten auferstandenen Caitlyn Stark und ihrem Rachefeldzug gegen die Mörder ihrer Familie.Stattdessen: Vertröstung mit Nebenprodukten. „Feuer und Blut“ steht für 2018 auf der Verlagsagenda von Random House. Das erste Buch einer zweibändigen Geschichte des Herrscherhauses Targaryen soll nach Angaben des Verlages am 26. November erscheinen. Damit könnte der Leser im Herbst wieder in den heißgeliebten Gefilden verweilen, wenn auch anders als erwartet. „Ich möchte betonen“, warnt der Autor, „dass ,Feuer und Blut’ kein Roman ist“. Stattdessen spricht er von „fiktiver Historie“. Ein Geschichtsbuch also.

Die Targaryens waren die silberhaarige, veilchenäugige und inzestfreudige Adelssippschaft, die die Sieben Königslande mit ihren Drachen unterwarf und fast 300 Jahre über Westeros herrschte. Eine Familie von elfenhaft-außerirdischem Äußeren. In dieser Adels-Enzyklopädie dürfte viel Kulturwissen offenbart werden. Die Dynastie, deren wahnsinniger letzter Herrscher Aerys II. gestürzt und ermordet wurde, stammt aus dem versunkenen Freistaat Valyrien, einem Großreich voller Mysterien. In der Serie wird der Name meist ehrfürchtig geraunt, die Ritter von Westeros sind glückselig, wenn sie ein Schwert aus dem seltenen valyrischem Stahl besitzen.

Eigentlich würden die Fans aber doch lieber den nächsten „Game-of-Thrones“-Band lesen. Am vergangenen Mittwoch verkündete Martin: „Nun ist es für mich an der Zeit, zu ,The Winds of Winter’

zurückzukehren.“ Martin weiß, dass Autoren – wie alle Menschen – dienen müssen. Eben dieses Gebot hat er in seiner Sage formuliert – in der alten Sprache Hochvalyrisch. Dort heißt es klangschön:

„Valar Dohaeris!“

Serie in über 80 Länder verkauft

Fantasy-Autor George R. R. Martin (69) hat für seine Saga „Game of Thrones“ („Das Lied von Eis und Feuer“) ähnlich wie J. R. Tolkien für den „Hobbit“ und den „Herr der Ringe“ eine eigene fiktionale Welt mit ausgearbeiteter Geografie erschaffen.

Der Sender HBO erwarb 2007 die Filmrechte, 2011 wurde die erste Staffel in den USA ausgestrahlt. Die Serie wurde in mehr als 80 Länder auf fünf Kontinenten verkauft. Die achte Staffel soll im kommenden Jahr ausgestrahlt werden.

Matthias Halbig

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