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„Das Land in der Tasche“: Begegnungen in Nordeuropa

Ahrenshoop „Das Land in der Tasche“: Begegnungen in Nordeuropa

Das Neue Kunsthaus Ahrenshoop zeigt zum zweiten Mal Arbeiten von Stipendiaten auf Nordlandtour

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Tino Bittner vor seiner großformatigen „Wandarbeit“ von 2014

Quelle: Dietmar Lilienthal

Ahrenshoop. Es sind zwei Häuser der Begegnung, der Kunst und Kommunikation. Häuser, die Menschen seit Jahren Raum bieten, Kreativität zu entwickeln. Das Neue Kunsthaus und das Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop gehören zusammen. Da wundert‘s kaum, dass Gerlinde Creutzburg (60), Leiterin beider Einrichtungen, mit ihrer letzten Ausstellung als Chefin des Neuen Kunsthauses die Begegnung von Künstlern zum Thema macht: Die Schau „Das Land in der Tasche 2. Der Projektraum“ zeigt die Stipendiaten des Künstlerhauses Lukas, die in Schweden, Dänemark, Norwegen, Island, England, Litauen oder Russland gewesen sind.

Ist man unterwegs, hat man sich selbst dabei. Ist man wieder zu Hause, hat man auch das andere Land ,in der Tasche‘.“Gerlinde Creutzburg, 60

So können Besucher bei dieser Schau nicht nur die Ergebnisse des Kunstschaffens, sondern auch den kreativen Prozess des Kunstzeigens erleben. Mit dabei sind Tino Bittner (40) aus Schwerin, Franziska Podszuck (35) und Grit Sauerborn (51) aus Rostock, Gudrun Poetzsch (34) aus Fulgenkoppel, Stefanie Riech aus Greifswald, Anne Sewcz (57) aus Crivitz, Christin Wilcken (34) aus Mühl Rosin, Miro Zahra (55) aus Plüschow, die Stralsunder Autorin Silke Peters (48) und Vera Ohlsson aus Malmö in Schweden. Also Grafiker, Maler, Zeichner, Objektkünstler, Bildhauer, Autoren. Vera Ohlsson sagt: „Das hier ist wunderbar für uns Künstler. Das befruchtet uns, wenn die jungen Leute aus Deutschland zu uns kommen und uns in Schweden neue Anstöße geben.“

Es ist Teil zwei der Schau, bereits 2015 wurden sechs Stipendiaten des Künstlerhauses Lukas, die zum Austausch in Nordeuropa unterwegs waren, gezeigt. Insgesamt hat das Künstlerhaus 34

Kunstschaffende auf Nordtour geschickt. Eine Ausstellung, die nicht im luftleeren Raum bloßer Ästhetik und kommunikativer Begegnung der Kunst oxidiert, sondern in Zeiten weltweiter Verunsicherung, monströser Flüchtlingsströme und brutaler Zurückweisung auf dem europäischen Kontinent bewusst im politischen Raum angesiedelt ist. „Sonst wäre mein Argument, Kunst ist eine der schönsten Kommunikationsformen, ohne Inhalt“, sagt Gerlinde Creutzburg.

Tino Bittner meint über das Stipendiatenprogramm samt Schau: „Ein toller Impuls. Ich habe daraus eine ganze Serie entwickelt. Visby, wo ich in Schweden war, ist ein besonderer Ort zum Arbeiten. Die Ostsee wirkt dort größer, weiter. Und es gibt diese schwedische Mentalität, die Offenheit der Menschen, dass sie ständig was connecten, miteinander machen wollen.“ Impulse zwischen Skandinavien und Mecklenburg-Vorpommern, die Grenzen öffnen sollen — nicht nur für Künstler, für alle Menschen.

 



Michael Meyer

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