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Kultur Das Land preist Hans Pölkow
Nachrichten Kultur Das Land preist Hans Pölkow
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00:00 03.11.2017
1965 nahm Hans Pölkow Louis Armstrong mit seiner Band in Berlin auf. FOTOS (4): HANS PÖLKOW
Rostock

„Ich freue mich und bin dankbar“, reagierte der Fotograf Hans Pölkow gestern auf die Ankündigung, dass er den mit 10000 Euro dotierten Kulturpreis des Landes erhält. Zuvor hatte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig die Entscheidung bekanntgegeben. Sie sagte über den gebürtigen Rostocker: „Wir ehren mit dem Kulturpreis das Lebenswerk eines großen Fotografen und eines engagierten Kulturjournalisten, der seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern immer besonders verbunden war. Mit Bildern aus sechs Jahrzehnten begeistert er das Publikum in seinen Ausstellungen.“

Der 82-jährige Fotograf erhält für sein Lebenswerk den Kulturpreis MV. Seit 60 Jahren widmet er sich der Künstlerfotografie. Der Förderpreis geht an den Verein „polenmARkT“.

Der Preis komme zu einem guten Zeitpunkt, freut sich der 82-jährige Preisträger, der nach wie vor regelmäßig mit der Kamera unterwegs ist, und spielte damit auf die notwendige Abzahlung von Krediten an, die er nach 1990 aufnehmen musste. Vor allem aber sei ihm der ideelle Aspekt des Preises wichtig, „dass man öffentliche Anerkennung für seine Arbeit erfährt“.

Seit 60 Jahren widmet sich Pölkow der Künstlerfotografie. Zu den von ihm porträtierten Künstlerinnen und Künstlern zählen Otto Niemeyer-Holstein, Jo Jastram, Günther Uecker und Oskar Manigk, aber auch Pina Bausch, Louis Armstrong und Leonard Bernstein. Viele dieser Fotos ziehen das Publikum seiner Ausstellungen an, auch in der OZ-Kunstbörse 2005 gehörten sie zu den begehrtesten Werken der Auktion – besonders jenes Porträt des Usedomer Malers Otto Niemeyer-Holstein, aufgenommen 1971 im Atelier des Malers in Lüttenort, das Pölkow heute als eines seiner schönsten bezeichnet. Zu vielen Bildern gibt es Geschichten: wie seine Aufnahme des Jazztrompeters Louis Armstrong, die er dann als „Raubdruck“ auf dem Cover einer Amiga-Schallplatte wiederfand (obwohl er sonst auch offiziell Cover für DDR-Plattenlabels gemacht hatte).

Den Beginn seiner professionellen Fotografie sieht Hans Pölkow heute in einem Bildnis seiner 86-jährigen Großmutter aus dem Jahre 1951. Diese Fotografie, so sei ihm damals klar geworden, habe eine Tätigkeit für sein Leben begründet, sagt er, wenngleich noch nicht sicher war, dass es eine berufliche Tätigkeit sein würde. Pölkow begann eine journalistische Laufbahn bei den Städtischen Museen und der Rostocker Tageszeitung „Der Demokrat“ (1954-56), studierte in Rostock und Berlin Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften und arbeitete als freischaffender Kulturjournalist, Kunstkritiker und Fotograf in Berlin für Printmedien und Hörfunk, Buchverlage, Museen und Galerien.

Ihn habe immer das Thema des Menschen beschäftigt, sagt Pölkow. Davon künden auch die nächsten Projekte: Eine Ausstellung zum Jubiläum der Norddeutschen Philharmonie in Rostock, nächstes Jahr eine Ausstellung im Kulturforum Pampin und danach eine Schau in der Orangerie Putbus.

Der Kulturförderpreis des Landes geht an den Verein „polenmARkT“, der seit 20 Jahren das gleichnamige deutsch-polnische Kulturfestival in Greifswald organisiert. Preisverleihung ist am 29. November in Schwerin.

Zur Person

Hans Pölkow wurde 1935 in Rostock geboren, begann als Praktikant am Städtischen Museum und als Volontär bei der Rostocker Tageszeitung „Der Demokrat“. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft in Rostock und Berlin (1956-1961) als freischaffender Kulturjournalist, Kunstkritiker und Fotograf in Berlin für Printmedien und Hörfunk, Buchverlage, Museen und Galerien tätig.

Seit 2002 Umzug nach Sarmstorf bei Güstrow.

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