Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Das Modejahr 2017: Realität und Retro
Nachrichten Kultur Das Modejahr 2017: Realität und Retro
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:12 10.01.2017
Es ist nicht zu übersehen: Die 80er-Jahre feiern ihr Comeback. Quelle: Hartmut Reeh
Anzeige
Berlin

Sie sind wieder da: Schultern so breit, als wäre ein Bügel eingenäht. Mit den 80er-Jahren greift die Mode 2017 auf eine Epoche zurück, die im Rückblick eher als ästhetisch fragwürdig gilt.

Dior
Calvin Klein
Vetements

Doch was da herauskommt, damit muss sich die Kundschaft erst im Herbst/Winter 2017/18 beschäftigen. Die modischen Weichen für die kommende Frühjahr-Sommer-Saison wurden dagegen längst gestellt.

Die breiten Schultern, bei Balenciaga in ihrer Überzeichnung fast schon einer Karikatur ähnelnd, sind dabei nicht die einzigen Signale eines 80er-Jahre-Comebacks. Grelle Farben und metallisch schimmernde Oberflächen fordern ebenfalls wieder ihren Platz ein. Jil Sander, Kenzo, Céline, Salvatore Ferragamo, Chanel - in vielen wichtigen Kollektionen findet man Spuren dieses Trends.

Und wenn Mode ein Spiegel der jeweiligen Zeit sein will, wie verhält sie sich dann in dieser so hochpolitischen Phase? Indem sie 2017 zum Beispiel Statement-T-Shirts propagiert. Die Botschaft auf der Brust muss zwar nicht zwingend gesellschaftliche Themen aufgreifen, aber Diors „We should all be feminists“ („Wir sollten alle Feministinnen sein“) zeigt: Designer wollen wieder Position beziehen.

Nirgends war das stärker zu erleben als in den USA. Nicht nur, dass die mächtige Chefin der US-Vogue, Anna Wintour, mit ihrem Hillary-Clinton-T-Shirt auch stilistisch Wahlkampf machte. Bereits wenige Tage nach dem Trump-Sieg entbrannte unter den Designern die Diskussion, ob man bereit wäre, die künftige First Lady einzukleiden. Ein Novum. Denn eigentlich ist das immer eine Ehre - und ein Prestigegewinn.

Doch wie heikel dieser Fall liegt, zeigte schon die Silvesternacht: Melania Trump feierte in einem - selbst gekauften - Kleid von Dolce & Gabbana. Auf Stefano Gabbanas Dankesworte via Instagram folgte eine hitzige Kommentardebatte.

Auch dass die Menschen weltweit in Bewegung sind, spiegelt sich in vielen Kollektionen wider, mit Trekking-Sandalen, Rucksäcken, Hosen mit aufgesetzten Taschen, Tarnfarben und Nylon. Gleichzeitig stehen diese Elemente für eine Sehnsucht des Städters nach Natur, Abenteuer und Reise. Interpretiert wird der eher funktionale Outdoor-Look, den es für Männer wie für Frauen gibt, auch in stilverwandten Uniform- und Workwear-Ausrichtungen.

Doch natürlich hat die Mode auch eine leichte, spielerische Seite - quasi als Flucht aus der Realität: So sollen Frauen im Frühjahr/Sommer 2017 zum Beispiel Vichy-Karos und an alte Tapeten erinnernde Retro-Blumenmuster tragen. Hinzu kommen markante Silhouetten: Breite Gürtel betonen die Taille. Trompeten-, Keulen- oder Ballonärmel bauen seitlich Volumen auf.

Beim Mann entfernte sich die Silhouette zuletzt wieder stärker vom Körper, nun geht sie in die Länge - bis hin zu exotischen Kaftan- oder Djellaba-Ausführungen wie etwa bei Dolce & Gabbana. Verwaschene Pastelltöne oder ein kräftiges Gelb bringen Frische in die Farbskala. Dazu gibt es Einflüsse aus Punk und Sport. Denn: Männermode ist längst ähnlich facettenreich wie die der Damen.

dpa

Gucci, Bottega Veneta, Kenzo, Calvin Klein: Immer mehr Labels zeigen 2017 ihre Männer- und Damenmode zusammen. Das System „Fashion Show“ ist im Umbruch.

10.01.2017
Kultur Wie Cobain, nur schicker - Der Grunge kommt modisch wieder zurück

Grunge, was war das noch mal? Alte Flanellhemden, zerrissene Jeans, kurz: Der Look von Kurt Cobain, 90er-Jahre-Ikone und tragische Symbolfigur der Musikszene. Nun erlebt der Stil ein Comeback - mit einigen Veränderungen.

10.01.2017

Veranstaltungen im Stadtkulturhaus am 8. März innerhalb einer Stunde ausverkauft / Restkarten für den 9. März noch erhältlich

10.01.2017
Anzeige