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Kultur Das neue Interesse am Autor Stefan Zweig
Nachrichten Kultur Das neue Interesse am Autor Stefan Zweig
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00:00 21.02.2017
Frankfurt/Main

Stefan Zweig (1881-1942) ist neben Thomas Mann der berühmteste deutschsprachige Autor des 20. Jahrhunderts. Besonders populär war er in der Zeit zwischen den Weltkriegen, aber auch nach 1945 wurden seine Bücher viel gelesen, so die historischen Miniaturen „Sternstunden der Menschheit“ oder die „Schachnovelle“. Vor seinem 75.

Todestag am 23. Februar ist das Interesse an Zweig wieder neu aufgeflammt: Im vergangenen Jahr kam Maria Schraders Zweig-Film „Vor der Morgenröte“ in die Kinos, George Prochnik verfasste eine neue Biografie („Das unmögliche Exil“, 2016).

Dieses neue Interesse hat wohl mehrere Gründe. Leben und Werk des überzeugten Europäers Zweig sind eine Mahnung für die Europäer von heute. Der Schriftsteller, der in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar 1942 im brasilianischen Exil Suizid beging, war verzweifelt über die politische Entwicklung in Europa. „Alle die fahlen Rosse der Apokalypse sind durch mein Leben gestürmt“, schrieb er in seiner Autobiografie „Die Welt von gestern“. Heute, wo Europa aus nationalistischen Motiven zu einer wirklichen Zusammenarbeit nicht finden kann, liest man Stefan Zweig mit neuer, geschärfter Aufmerksamkeit. Sein Weg von der Geburt am 28. November 1881 in Wien bis zum Tod in Petrópolis nahe Río de Janeiro führte ihn durch fast die ganze Welt. Er stammte aus einem wohlhabenden jüdischen Elternhaus, widmete sich früh der Literatur, unternahm noch vor dem Ersten Weltkrieg zahlreiche Reisen, bis nach Amerika und Indien. Seinen festen Wohnsitz hatte er von 1919 bis zur Emigration 1934 in Salzburg. Er begegnete zahlreichen Künstlern und Politikern wie August Rodin, Thomas Mann, Romain Rolland oder Walther Rathenau. 1926 hielt er in Wien die Grabrede für Rainer Maria Rilke, 1929 für Hugo von Hofmannsthal. 1939 sprach er am Grab von Sigmund Freud in London.

In der Autobiografie, als Taschenbuch 2010 bei S. Fischer erschienen, erzählt Zweig sein Leben bis zum Kriegsbeginn 1939. In ihrer Mischung aus persönlicher Erinnerung und historischer Darstellung und Interpretation erweist sie sich als Meisterwerk. W. Roth

OZ

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