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04:18 12.07.2013
„Götzenkopf“ nannte Bildhauer Hinrich Brockmöller diesen 2007 entstandenen Gipskopf. Fotos (2): Dietmar Lilienthal

Nachtschicht statt Vernissage. Bildhauer Hinrich Brockmüller (29) war es verwehrt, an der Eröffnung der Ausstellung „Zeitschichtung“ in der Rostocker Galerie Amberg 13 teilzunehmen. Für seinen Bremer Arbeitgeber war er Mittwochabend unabkömmlich.

Grafikerin Maria Raeuber (32) sprang für ihren Kollegen in die Bresche und stellte dem Publikum sowohl die eigenen als auch die Arbeiten ihres Künstlerkollegen vor. „Beide versuchen wir uns mit unseren Kunstwerken daran, Zeit anschaulich zu machen“, formuliert sie den gemeinsamen Nenner. Dieses Anliegen manifestiert sich in Raeubers „Zeitlinien“. Jede dieser Linien, von ihr per Bleistift aufs Papier gebracht, stellt eine Lebenssekunde dar. „Wenn sie sehr dicht gelegt sind, entsprechen sie also sehr viel Lebenszeit. Diese Schichten sind für mich auch Zeitebenen, die sich übereinanderlagern und durchdringen“, sagt sie. Maria Raeuber über ihre Arbeiten: „Ursprünglich habe ich ausschließlich mit dem Bleistift gearbeitet. Inzwischen sind meine Bilder farbig geworden.

Diese Entwicklung war für mich vor zwei Jahren noch undenkbar.“ Typisch für ihr aktuelles Schaffen sind Werke wie die mit Bleistift und Farbstiften gemalten „immerzuwach“ oder „Wolle“.

Auch Hinrich Brockmüller stellt sich in seinem Schaffen dem Lauf der Zeiten. Seine Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte spiegelt sich in von ihm gestalteten Büsten und Köpfen wider, bei denen er klassische Formen aufbricht und sie so in die Gegenwart transformiert. Abzulesen an der „Büste IX“ aus Bronze und dem „Götzenkopf“ aus Gips. Während Brockmüllers Werke nur in der Galerie Amberg 13 zu sehen sind, finden sich vier weitere Arbeiten Raeubers in der Exposition „Land Strich — kompatibel — Mecklenburg-Vorpommern“, die der Kunstverein am selben Abend in der nur wenige Meter entfernten Petrikirche eröffnete. Vereinschef Matthias Witzmann weist auf ein Novum hin: „Erstmals eröffnen wir gleichzeitig zwei Ausstellungen und sind froh, dass wir mit dem nördlichen Schiff der Kirche einen faszinierenden Ort gefunden haben, um die Werke von 22 Künstlern und der Forschungsgruppe Kunst zu zeigen.“

Vertreten sind dort u. a. Bianka Marschall, Horst-Werner Schneider, Frank Wichmann, Josef A. Kutschera, Britta Naumann und Anett Münnich. Das Kuratorium legte bei der Auswahl der Arbeiten Wert darauf, dass diese nicht nur die Ferienidylle MV zeigen, sondern auch negative Veränderungen des Landschaftsbildes durch Windkraftanlagen oder monotone Landwirtschaftsbauten reflektieren. Daher sind auch dem Bienensterben oder dem Verschwinden von ganzen Gartenkolonien Bilder und eine Installation gewidmet.

Die Galerie Amberg 13 ist Di., Do. und Fr. von 13 bis 18 Uhr, Mi. von 15 bis 20 Uhr und Sa. von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Die Petrikirche öffnet Mo. bis Sa. von 10 bis 18 Uhr und So. von 12 bis 18 Uhr.

Werner Geske

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