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13:37 04.05.2018
In diesem Jahr wird keinem Literaten der Nobelpreis verliehen. Quelle: dpa
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Hannover

Die Schwedische Akademie konnte gar nicht anders, als die Vergabe des Literaturnobelpreises in diesem Jahr auszusetzen. Das ganze pompöse Verleihungsritual vor einer Wand mit Goldintarsien wäre vor dem Hintergrund des Skandals wie eine Farce erschienen. Ausgerechnet eine Kulturinstitution, die eine altehrwürdige Aura umgibt und den schwedischen König als Schirmherr hat, wird von einem Skandal um Korruption und sexuelle Belästigung tief erschüttert. Jetzt hat also auch der Literaturbetrieb seine MeToo-Affäre. Eine derartig diskreditierte und zugleich durch zahlreiche Rücktritte dezimierte Jury kann nicht über die Güte von Literatur bestimmen.

Vergleiche mit dem Echo liegen jetzt nahe. Doch die Preise sind grundverschieden: Auf der einen Seite ein nationaler Preis in verschiedenen Kategorien, dessen Vergabepraxis schon lange in der Kritik stand und dessen Preisträger für die Weltkultur von überschaubarer Bedeutung sind, auf der anderen Seite der bislang renommierteste Literaturpreis der Welt mit einem einzelnen exponierten Preisträger. Deshalb wird der Nobelpreis diesen Skandal überstehen.

Die Pause in diesem Jahr bietet die Chance, sich auch inhaltlich neu zu bestimmen. Denn die Jury verlor zuletzt zunehmend an Treffsicherheit, mit exotischen Preisträgern wie dem Musiker Bob Dylan 2016 oder dem im Vergleich zu den üblichen Favoriten weniger bekannten japanisch-britischen Autor Kazuo Ishiguro. Außerdem wurden in der mehr als hundert Jahre alten Geschichte viel zu wenig Frauen gewürdigt, nur 12,4 Prozent der 113 Preisträger sind weiblich – sicherlich dem Zeitgeist der ersten Jahrzehnte geschuldet. Hoffentlich bricht der aktuelle Aufschrei auch in dieser Hinsicht Strukturen auf.

Von Nina May/RND

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