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Der Schwerkraft entkommen: Skulpturen aus Holz in Born

Born Der Schwerkraft entkommen: Skulpturen aus Holz in Born

Bildhauer Matthäus Thoma eröffnet gemeinsam mit Maler Grégoire Hespel die Saison in der Galerie Born auf dem Darß / Vier Ausstellungen sind 2016 geplant

Born. Mit gewaltigen Holzskulpturen hat sich der Bildhauer Matthäus Thoma in den vergangenen Jahren einen Namen in der Kunstwelt gemacht. Aber er kann auch filigran: Die Galerie Born auf dem Darß eröffnet mit einer Verkaufsausstellung mit Thomas Plastiken die Saison 2016. Die Holzarbeiten kontrastieren mit Bildern des französischen Malers Grégoire Hespel.

Zur Halbinsel Darß hat Thoma eine besondere Beziehung: Seine Künstlerkarriere hatte der heute 54-Jährige als Maler begonnen und als solcher war er im Jahr 2000 Stipendiat im Künstlerhaus Lukas in Ahrenshoop. „Die sich auftürmenden Wellen der Ostseebrandung haben mich dazu inspiriert, die Bewegung und den Rhythmus in Skulpturen festzuhalten“, erinnert er sich. Geboren war der Bildhauer Thoma.

Für den Werkstoff Holz entschied er sich wegen dessen Leichtigkeit: „Holz erlaubt mir, der Schwerkraft zu entkommen. Figuren aus Stein oder Bronze stehen dagegen schwer auf dem Boden.“

Tatsächlich wirken Thomas große Arbeiten, die er in Ausstellungen unter anderem in Rastatt, Berlin und Dessau zeigte, luftig und leicht, obwohl sie teilweise ganze Räume füllen. In Spiralen und Wellen scheinen sie sich dem Betrachter entgegenzuschlängeln. „Ich will auch irritieren, indem ich den Raum versperre, aber gleichzeitig versteckte Durchgänge schaffe“, verrät Thoma.

In Born müssen die Besucher der Galerie freilich keine Umwege in Kauf nehmen: Die Arbeiten dort sind überschaubar. Teilweise sind es Modelle der größeren Arbeiten, teilweise auch aus den Überresten abgebauter Großplastiken entstanden. „Ich finde es reizvoll, meine Werke zu zerlegen und sie in neuen Zusammenhängen zu denken und zu präsentieren.“ Ein Beispiel für diesen Dekonstruktivismus in Reinstform in der Borner Ausstellung ist die Skulptur „D.Stadt“, die Thoma aus den Bruchstücken einer hausgroßen Figur fertigte, die in Darmstadt ausgestellt war. „In meinem Atelier liegen noch viele Holzteile“, sagt der Künstler verheißungsvoll.

Einen besonderen Reiz sieht Thoma in der Doppelausstellung mit den Bildern von Hespel. „Seine Bilder haben etwas Tröstliches, Beruhigendes“, meint Thoma. „Das will ich auch ich in meinen Arbeiten vermitteln.“ Und er geht noch weiter: „Ich sehe Hespels Landschaften und stelle mir vor, wie meine Objekte darin aussehen würden — eine spannende Vorstellung.“

Die Landschaftsdarstellungen Hespels wirken aus der Entfernung vor allem düster: Tiefschwarze Wolken dominieren viele Bilder, nur am unteren Bildrand ist die eigentliche Landschaft zu sehen —

teilweise auch nur angedeutet. Doch aus der Nähe zeigt sich, dass die vorher nur schwarz erscheinenden Wolken bunt gesprenkelt sind — ein geradezu Pollock‘sches Feuerwerk an Klecksen.

Und auch der Bezug zu Born ist in Hespels dritter Schau in der Galerie gegeben: Ein freundlicher wirkendes Bild zeigt das Landschaftsschutzgebiet Borner Holm.

Von Axel Büssem

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