Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Der Sound des Landes MV

Schwerin Der Sound des Landes MV

Die Festspiele stellen ihr Gesamtprogramm vor: Große Namen, bewährte Formate und ein erfrischender Wind von Innovationen

Schwerin. Halb leer oder halb voll? Das ist so eine klassische Demagogenwendung notorischer Zweckoptimisten gegen diese unbequemen Skeptiker. Dabei kommt es doch weniger aufs Wieviel an, sondern auf die Qualität dessen, was da drin ist. Oder was sich rausholen lässt. Der international bekannte Schlagzeuger Alexej Gerassimez (29) jedenfalls fand gestern in Schwerin bei seiner kleinen künstlerischen Sound-Erkundung einer halbvollen/halbleeren Plastikflasche deren Seele: „The Soul of the Bottle“, nannte er seine faszinierende improvisatorische Nummer. Und man darf sicher sein, dass er mit gleicher Fingerfertigkeit, Virtuosität, Hingabe und seinem neugierigen Humor in diesem Sommer bei seinen 24 Auftritten als Preisträger in Residence der Festspiele MV die Seele Mecklenburg-Vorpommerns aufspüren wird.

OZ-Bild

Die Festspiele stellen ihr Gesamtprogramm vor: Große Namen, bewährte Formate und ein erfrischender Wind von Innovationen

Zur Bildergalerie

Die Vorstellung des Festspiel-Gesamtprogramms mit 131 Konzerten an 83 Spielstätten zwischen 17. Juni und 15. September bot dafür mehrere Kostproben. Neben Gerassimez’ Auftritt gab es im NDR-Funkhaus einen Filmausschnitt über seine Arbeit am Projekt „MV von oben“ am 24. August in einem stillgelegten Shelter des Geschwaders „Steinhoff“ in Parchim. Festspiel-Intendant Markus Fein, der vor zwei Jahren die Idee dazu entwickelt hatte, bekannte jetzt, ihm habe vorgeschwebt, dabei „so etwas wie den Soundtrack dieses Bundeslandes zu finden“.

Auch insofern bezeichnete Fein die bevorstehenden Festspiele als „Saison ganz nach meinem Geschmack“. Sie fänden in unruhigen Zeiten statt, fügte er hinzu. Und deshalb: Das Festival sei eigentlich unpolitisch, könne aber vielleicht doch einen kleinen Beitrag leisten, also etwas wie einen geistigen Zusammenhalt vermitteln, ein Kitt sein, der eine Gesellschaft zusammenhält. Besonders freue er sich auf die Berliner Philharmoniker (25. Juni in Redefin), auf die zweite Ausgabe der Fahrradkonzerte unter dem Motto „Musik bewegt“ (9. Juli in Schwerin), die Einweihung der neuen Orgel in der Konzertkirche Neubrandenburg mit der herausragenden Iveta Apkalna, der Hausorganistin der neuen Elbphilharmonie (13. Juli, aber einschließlich Zusatzkonzert bereits ausverkauft). Eine lange Nacht mit dem Geiger Daniel Hope in Ulrichshusen hob Fein ebenso hervor und natürlich alle Konzerte mit Gerassimez.

Besondere Bedeutung erlangt dieses Jahr das Dorf Salow bei Neubrandenburg – als Beleg dafür, dass bei den Festspielen die Stars nicht nur zu ihren Auftritten kurz vorbeikommen, sondern oft eine engere Beziehung ins Bundesland knüpfen. Salow hat eine Ausschreibung der Festspiele für das Projekt „Stars im Dorf“ gewonnen, dort wird am 27. Juli das Fauré Quartett auftreten.

Moderne Formate, großartige Musiker, große Dirigenten wie Herbert Blomstedt, der kurz nach seinem 90. Geburtstag mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester in Neubrandenburg auftritt (15. Juli), oder Kent Nagano mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in Ulrichshusen (15. Juli) bieten ein Programm voller Highlights.

Mit den Berliner Philharmonikern (25. Juni), der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (29. Juli) und dem Rundfunksinfonieorchester Berlin (2. September) heißt es drei Mal: „Weltstars in Redefin“. Mit großen Open Airs wolle man auch Freude schenken, meinte Fein, Sommernachtsträume wecken, Beschwingtheit verbreiten.

Die Konzertreihe „Junge Elite“ lädt wie in den Vorjahren zu Entdeckungen unter internationalen Talenten ein. Tolle Künstler, deren Namen noch kaum jemand kennt, die aber unter anderem durch dieses Festival ihre internationale Karriere beginnen und dann zur „Festspielfamilie“ gehören.

In der vergangenen Saison hatten sich die Festspiele mit rund 80000 Besuchern unter den meistbesuchten deutschen Festivals behauptet. Der aktuelle Stand des Vorverkaufs liegt nach Angaben des Intendanten bereits über dem des Vorjahres. Auftakt ist am 17. Juni in Wismar – mit einer Festspiel-Ouvertüre von Gerassimez.

Sommersaison mit Neuheiten

Vom 17. Juni bis zum 15. September läuft die Sommersaison der Festspiele MV: 131 Konzerte an 83 Spielstätten. Zu den Neuheiten zählen das Kinder- und Familienprogramm „Mäck & Pomm“, die „Inselmusik“ als Streichquartettfest auf Rügen und die Kühnheit, mit Alexej Gerassimez einen Schlagzeuger zum Preisträger in Residence zu machen.

Karten im OZ-Service-Center,

Info: www.festspiele-mv.de

Dietrich Pätzold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald

Oberbürgermeister und Chefkämmerer äußern sich zur finanziellen Situation der Stadt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kultur
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.