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Der Tanz um den Goldenen Bären

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Berlinale 2018 mit vielen deutschen Filmen – und einer #MeToo-Debatte

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Berlinale-Direktor Dieter Kosslick stellte gestern das Programm für die 68. Auflage des Filmfestes vor.

Quelle: Foto: Britta Pedersen/dpa

B. erlin . Stilettos und nackte Haut ade – die Berlinale könnte diesmal modemäßig etwas bodenständiger werden. „Ich werde auf jeden Fall keine Frau zurückweisen, die flache Schuhe trägt – und auch keinen Mann mit High Heels“, verspricht Festivaldirektor Dieter Kosslick. Gäste des Festivals können also getrost dem Aufruf von Schauspielerin Anna Brüggemann folgen, die angesichts der #MeToo-Debatte Gleichberechtigung auch bei den Outfits auf dem roten Teppich gefordert hatte.

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Berlinale 2018 mit vielen deutschen Filmen – und einer #MeToo-Debatte

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Missbrauch und Diskriminierung in der Filmbranche – auch sonst wird das Thema das am 15. Februar beginnende Festival prägen. Mehrere Diskussionsveranstaltungen sind geplant. Unter dem Motto „Nein zu Diskriminierung“ soll es für Betroffene sogar eine eigene Anlaufstelle geben, wie Kosslick gestern in einer Vorschau auf das Programm ankündigte.

Insgesamt bewerben sich diesmal 19 Filme um die begehrten Bärenpreise. Mit vier deutschen Regisseuren ist das heimische Kino so gut vertreten wie lange nicht. Zu den prominenten Gästen gehören Tilda Swinton, Isabelle Huppert, Joaquin Phoenix und – mit Chance auf Kreischalarm – Ex-„Twilight“-Star Robert Pattinson (siehe Fotos oben). Der Goldene Ehrenbär geht in diesem Jahr an den US-Schauspieler Willem Dafoe („The Hunter“) für sein Lebenswerk.

Als letzten Wettbewerbsfilm gab Kosslick das norwegische Attentatsdrama „Utøya 22. Juli“ von Erik Poppe bekannt. 2011 waren auf der gleichnamigen Insel durch den Rechtsextremisten Anders Breivik 77 Menschen ums Leben gekommen.

Zu den vier deutschen Bärenkandidaten gehört der Flüchtlingsfilm „Transit“ von Christian Petzold („Barbara“) nach einem autobiografischen Roman von Anna Seghers. Regisseur Thomas Stuber erzählt in dem Liebesdrama „In den Gängen“ von einer Beziehung zwischen zwei Außenseitern. Hauptdarsteller sind Franz Rogowski und Sandra Hüller. In dem Porträt „3 Tage in Quiberon“

zeichnet Filmemacherin Emily Atef das Lebensdrama von Romy Schneider nach – mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr und Charly Hübner ebenfalls hochkarätig besetzt. Vierter deutscher Kandidat ist das Familiendrama „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ von Philip Gröning mit Josef Mattes und Julia Zange.

Eröffnet werden die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin mit Wes Andersons Animationsfilm „Isle of Dogs“. US-Regisseur Gus Van Sant („Milk“) ist mit seinem neuen Film „Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ dabei, in dem Joaquin Phoenix an der Seite von Jonah Hill, Jack Black und Udo Kier zu sehen ist. Als Weltpremiere wird im offiziellen Wettbewerb auch Benoit Jacquots „Eva“ mit Frankreichs Schauspiel-Diva Huppert in der Titelrolle gezeigt. In der Reihe Berlinale Special ist „Das schweigende Klassenzimmer“ zu sehen, der neue Film von Lars Kraume.

In dem auf Tatsachen beruhenden Drama aus dem Kalten Krieg spielen unter anderem Leonard Scheicher, Florian Lukas und Burghart Klaußner.

Insgesamt sind bei dem weltgrößten Publikumsfestival für den Film innerhalb von elf Tagen fast 400 Titel zu sehen. Die Bären-Preise werden am 24. Februar verliehen. Im Vorjahr hatte die ungarische Liebesgeschichte „On Body and Soul“ von Regisseurin Ildikó Enyedi den Goldenen Bären gewonnen.

Der Berlinale-Direktor geht 2019 von Bord

Für Dieter Kosslick (69), seit 2001 Berlinale-Direktor, ist es das vorletzte Festival, das er verantwortet. Sein Vertrag läuft im Mai 2019 aus. Im vergangenen Jahr war eine heftige Debatte um seine Nachfolge entbrannt, nachdem fast 80 namhafte Filmemacher eine Erneuerung des Festivals gefordert hatten. Kosslick nannte die Diskussion erneut „sehr verletzend“, fügte aber hinzu: „Es gibt ja den Spruch ,Schmerz lass nach’ und so ist es.“ Er sei sicher, dass nun in einem transparenten Verfahren eine gute Lösung gefunden werden – womöglich mit einer Doppelspitze, wie schon lange von ihm vorgeschlagen. „Ich habe bereits gesagt, dass ich weder für das Amt des kaufmännischen Direktors noch als künstlerischer Leiter zur Verfügung stehe“, betonte er. Ob er sich ein drittes Amt als Präsident vorstellen könne, ließ er offen. „Mein Vertrag läuft am 31. Mai 2019 aus. Man sollte erst mal eine Sache beenden“, sagte er.

Nada Weigelt

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