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20:30 06.10.2018
Wer den Zwanziger nicht ehrt, ist des Zweihunderters nicht wert. Quelle: imago
Hannover

Ein 200-Euro-Schein ist ein seltener Gast im Portemonnaie eines Familienvaters. Mit dem letzten Zweihunderterschein, den ich in den Händen hielt, habe ich bei Monopoly die Berliner Straße gekauft. Der größte Schein, der sich länger als 30 Minuten in meinem Besitz aufhält, ist üblicherweise der Zwanziger.

Ab und zu lugt auch ein Fünfziger vorbei und verschafft mir für kurze Zeit die Illusion von einem Leben in Saus und Braus – aber dann braucht wieder irgendein Kind Schuhe, und weg ist er. Das meiste Geld guckt auf dem Weg zum Supermarkt nur mal kurz bei mir rein.

Die Frau auf dem Geld

Mein Freund ist der Zwanziger. Irgendwo muss man ja mal starten. Denn wie sagte Jerry Lewis? „Auch Milliardäre haben mal als ganz normale Millionäre angefangen.“ Drei Milliarden Zwanzig-Euro-Scheine sind weltweit im Umlauf. An guten Tagen befinden sich bis zu zwei davon gleichzeitig in meinem Besitz.

Auf den Euroscheinen ist die griechische Sagengestalt Europa abgebildet. Ihr Gesicht stammt – wie die Zentralbank mitteilt – „von einer über 2000 Jahre alten Vase aus Süditalien, die im Pariser Louvre besichtigt werden kann“.

Ein interessanter touristischer Hinweis. Ich frage mich, wie viele Europäer nach Paris fahren, um für 15 Euro Eintritt die Frau auf dem Geld zu besuchen, das sie gerade an der Kasse abgegeben haben.

Wer den Zwanziger nicht ehrt

Für zwanzig Euro kann man allerhand feine Dinge kaufen. Zum Beispiel einen Big Mac in der Schweiz. Oder zwei Exemplare des Buches „Herrliches Haarwachstum durch Autosuggestion“. Oder drei Gigabyte Datenvolumen bei der Telekom. Oder vier Ausgaben des „Tyrannen & Despoten-Quartetts mit den 32 übelsten Führern der Geschichte“.

Apropos übel: Im Schwarzwald haben Unbekannte neulich mal wieder einen Kontoauszugsdrucker gesprengt. Den Geldautomaten haben sie intakt gelassen. Das Motiv ist unklar. Denkbar sind: 1. Mieser Kontostand. 2. Einfach Bock drauf. Oder 3. Doofheit.

Ich sehe das so: Wer den Zwanziger nicht ehrt, ist des Zweihunderters nicht wert. Denn was nützt einem alles Geld der Welt, wenn es sowieso einem anderen gehört? Schönes Wochenende.

Von Imre Grimm

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