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Kultur Der blonde Hans mit den blauen Augen
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00:00 22.09.2016
Hans Albers auf einem Foto aus den Dreißiger Jahren. Quelle: Archiv

. Er beherrschte weder das Schifferklavier, noch fuhr er jemals zur See – und doch hat kaum ein Filmstar die Sehnsucht nach Weite und Meer, Hafenromantik und Reeperbahn so sehr verkörpert wie Hans Albers.

In Filmen wie „Große Freiheit Nr. 7“, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und „Das Herz von St. Pauli“ machte der Schauspieler mit dem hypnotischen Blick das Vergnügungsviertel St. Pauli in aller Welt bekannt. Heute erinnern Kneipen wie das „Albers Eck“, „La Paloma“ und eine Skulptur des Künstlers Jörg Immendorff auf dem Hans-Albers-Platz an den „großen Jungen mit den blauen Augen“, der vor 125 Jahren am 22. September im Hamburger Stadtteil St. Georg das Licht der Welt erblickte.

Auf der Bühne bleibt der Mythos Albers auch heute noch lebendig: Zum 100-jährigen Bestehen des Ohnsorg-Theaters 2003 schlüpfte Schauspieler Uwe Friedrichsen (1934-2016) in die Rolle von Hans Albers, im Mai 2017 folgt Volker Lechtenbrink im St. Pauli Theater.

Geboren wurde Albers 1891 als Sohn des Schlachtermeisters Philipp Albers und seiner Frau Johanna in der Langen Reihe 71. Schon als Schüler opferte er sein gesamtes Taschengeld seiner Liebe zum Theater. Dem Wunsch seines Vaters entsprechend machte er jedoch eine Kaufmannslehre und arbeitete in Frankfurt in einer Seidenfirma. Dort nahm er heimlich seinen ersten Schauspielunterricht.

Nach dem Ersten Weltkrieg zog er nach Berlin und versuchte dort sein Glück. Doch erst im Oktober 1928, im Alter von 37 Jahren, wird er über Nacht berühmt, als er in dem Stück „Die Verbrecher“ am Deutschen Theater für einen erkrankten Schauspieler einspringt.

Nach über hundert Stummfilmrollen spielte Albers 1929 im ersten deutschen Tonfilm „Die Nacht gehört uns“– und kurz darauf an der Seite von Marlene Dietrich in „Der blaue Engel“.

Zu den Nationalsozialisten hatte Albers ein distanziertes Verhältnis: Er zeigte sich nie an der Seite hochrangiger NS-Funktionäre. Als die Nazis die Trennung von seiner jüdischen Freundin, der Schauspielerin Hansi Burg forderten, trennte er sich offiziell, lebte jedoch weiter mit ihr am Starnberger See.

Obwohl der Schauspieler seinen Lebensabend am Starnberger See verbrachte, wollte er in seiner Heimatstadt Hamburg begraben werden. Zur Beerdigung auf dem Ohlsdorfer Friedhof kamen zehntausend Menschen, um sich von ihm zu verabschieden und Filmregisseur Helmut Käutner sagen zu hören: „Du warst ein wahrer König. Dein Zepter war der

Humor, und deine Krone war dein goldenes Herz. Good bye, Johnny. Gute Fahrt!“

Carola Große-Wilde

Die wichtigsten Filme

Hans Albers hat in mehr als 100 Stummfilmen und etlichen Tonfilmen mitgespielt. Hier eine Auswahl der wichtigsten Filme:

1929: „Die Nacht gehört uns“.

1930: „Der blaue Engel“.

1931: „Drei Tage Liebe“.

1937: „Der Mann, der Sherlock Holmes war“.

1939: „Wasser für Canitoga“.

1943: „Münchhausen“.

1944: „Große Freiheit Nr. 7“.

1952: „Nachts auf den Straßen“.

1954: „Auf der Reeperbahn nachts

um halb eins“.

1956: „Vor Sonnenuntergang“.

1957: „Das Herz von St. Pauli“.

1958: „Der Greifer“.

OZ

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