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Der erste Paparazzo: Salomons Fotos in Rostock

Rostock Der erste Paparazzo: Salomons Fotos in Rostock

. Bilder des ersten Paparazzo, Erich Salomon (1886-1944), zeigt seit gestern Abend das Rostocker Max-Samuel-Haus in einer Sonderausstellung.

Rostock. . Bilder des ersten Paparazzo, Erich Salomon (1886-1944), zeigt seit gestern Abend das Rostocker Max-Samuel-Haus in einer Sonderausstellung.

Bis 26. August sollen 25 Aufnahmen des Bildjournalisten zu sehen sein, teilten die Veranstalter mit. Präsentiert wird auch die kleine Leica, die es Erich Salomon seit 1932 ermöglichte, seine lebensnahen Fotografien zu machen. Die Ausstellung zeigt den Angaben zufolge einen Überblick seines Schaffens: Von der Schauspielerin Marlene Dietrich über den Maler Max Liebermann bis hin zum Nobelpreisträger und Friedensaktivisten Albert Einstein.

Erich Salomon wuchs in einer großbürgerlichen, jüdischen Familie in Berlin auf. 1913 schloss er seine Studien mit Promotion an der Universität Rostock als Jurist ab. Ein Konkurs beendete seine juristische Laufbahn 1924. Danach war er Taxifahrer, Werbefachmann und autodidaktischer Fotograf. 1928 wurde er Bildreporter. Er fotografierte mit nicht gestellten Aufnahmen Berühmtheiten aus Politik, Film und Sport und prägte den Begriff „Bildjournalist“. „Mit Hilfe seines Erfindergeistes und einer guten Portion Unverfrorenheit“ habe er sich Zutritt zu exklusiven Veranstaltungen verschafft und mit seinen Aufnahmen Prominenten, die bis dahin in Illustrierten und Zeitungen „steif und distanziert wirkten, Nahbarkeit und Menschlichkeit“ verliehen, hieß es. So seien unter anderem der französische Außenminister Aristide Briand bei der Unterzeichnung des Kellogg-Briand- Paktes (1928) und der sowjetische Außenminister Maxim Litwinow während der Abrüstungskonferenz von Genf (1932) zu sehen. Innerhalb von nur zehn Jahren (1928-1938) habe sich Salomon zu einem Star unter seinen Berufskollegen entwickelt, hieß es. Seine Bilder erschienen in vielen deutschen und internationalen Blättern, „die damals die Weltspitze des Bildjournalismus darstellten“. Er lieferte etwa 350 Reportagen, meist von internationalen Konferenzen und aus Zentren der Gesellschaft Deutschlands, Westeuropas und der USA.

Schon 1929 fand seine Arbeit internationale Anerkennung, so dass er ab 1933 von Holland aus im Ausland arbeiten konnte. 1935 und 1937 wurde er durch Ausstellungen in Großbritannien geehrt. 1943 wurde er in Amsterdam verhaftet. Salomon wurde mit seiner Frau und dem jüngeren Sohn im KZ Auschwitz ermordet. Die Rettung seines Werkes ist seinem älteren Sohn zu verdanken.

OZ

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