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Der neue „Ben Hur“

Hamburg Der neue „Ben Hur“

Jetzt nahm sich Action-Spezialist Timur Bekmambetov des Stoffes an

Hamburg. Opulenz dürfte das wichtigste Attribut von jeglichen Sandalenfilmen sein. Bombastisch die Bilder, die Filmlängen, oft die Budgets – vor allem aber die Omnipräsenz muskelbepackter, nackter Männeroberkörper, zur Schau getragener Stärke, die Brutalität der Kämpfe und nicht zuletzt die Schönheit der Frauen.

Die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts dürfen etwa mit „Ben Hur“, „Spartacus“ und „Cleopatra“ als Blütezeit des Genres bezeichnet werden. Anfang dieses Jahrhunderts erlebte es dann unter anderem mit „Gladiator“ und „Troja“ eine Renaissance, die bis heute nicht abgeklungen ist. Nun also ein Remake von „Ben Hur“, jener Geschichte zweier rivalisierender Männer zu Lebzeiten Jesu.

Auf der einen Seite der edle Prinz Judah Ben Hur (Jack Huston), Sohn einer angesehenen jüdischen Adelsfamilie, auf der anderen Seite der Adoptivsohn der Familie und bester Freund Judahs, Messala (Toby Kebbell), der einst Judah das Leben rettete.

Action-Spezialist Timur Bekmambetov („Wanted“, „Abraham Lincoln Vampirjäger“) führt in diesem Schinken nach dem Roman von Lew Wallace aus dem Jahr 1880 alle technischen Register, die Hollywood derzeit zu bieten hat. Die Schlachten und Kämpfe scheinen endlos und äußerst brutal, die Gesichter und Körper, die Kostüme und Kulissen bis zur Unkenntlichkeit digitalisiert und auf Hochglanz poliert. Dass Gefühle Charaktere formen und nuancieren, Beziehungen prägen, geht dabei unter. Dafür lässt er unmissverständliche Bilder sprechen: Am Ende liefern sich die einstigen Brüder im Geiste (und Herzen) das Rennen ihres Lebens. Judah auf einem Schimmel, Messala auf einem schwarzen Pferd. Seinem Vorgänger aus dem Jahr 1959 in der Regie von William Wyler und mit Charlton Heston dürfte der russische Filmemacher damit keine Konkurrenz machen. Der gewann 1960 immerhin elf Oscars und hält so zusammen mit „Titanic“ und „Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs“ den Rekord der meisten Oscarauszeichnungen. Vorbei aber sind die Zeiten des opulenten Lebens im Palast. Die Bilder jenes verdreckten, muskulösen, langhaarigen und bärtigen Judah auf dem Sklavenschiff, des unmenschlichen Alltags, angekettet, gepeinigt, hart arbeitend. Dieser Ben Hur ist ein Mann der 21. Jahrhunderts, von Hestons animalischer Männlichkeit keine Spur. Britta Schmeis

OZ

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