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Kultur Deutsch-mexikanischer Film siegt bei FiSH
Nachrichten Kultur Deutsch-mexikanischer Film siegt bei FiSH
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00:01 23.05.2016
Die Rostocker Metal-Band The Oklahoma Kid gewann mit ihrem Video zum Song „Scharlatan“ den Pop-FiSH. Fotos (2): Nele Baumann

Die früheren Kolonialverhältnisse umdrehen und alte Schuld begleichen? Diesen Ansatz verfolgen die Leipzigerin Clara Winter und der Mexikaner Miguel Ferráez (beide 26) mit ihrem Experimentalfilm „Postcolonialism in 30 sqm“ – und überzeugten Sonnabend mit ihrem Beitrag die Jury beim Rostocker Festival FiSH, die ihn als „Film des Jahres“ auszeichnete.

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Hauptpreis des Rostocker Filmfestivals für „Postcolonialism in 30 sqm“

In ihrem 14-minütigen Streifen dokumentieren die beiden Medienmacher, wie Winter in die Rolle der Haus- und Putzfrau schlüpft und für Ferráez die 30 Quadratmeter große Wohnung in Mexiko auf Hochglanz poliert und versucht, ihm das Leben so wohlig und bequem wie möglich zu gestalten. Ferráez erscheint es aber schon bald als wenig bequem, wenn die Gitarre plötzlich ordentlich unters Bett geschoben ist und er nicht mehr mit Schuhen die Wohnung betreten darf. Im Film schlägt Winter schnell einen gebieterischen Ton an, der eher klingt wie der einer Kolonialherrin als der einer Bediensteten.

Wirklich schwierig so eine Wiedergutmachung! Sie und ihr Lebensgefährte Ferraéz jubelten, als sie den Preis, der mit 9000 Euro dotiert ist, entgegennahmen. Mit dem Geld wollen sie versuchen, in Mexiko ein Filmprojekt zu starten.

Ausgelassen jubelte auch Franz Müller (25). Sein und Johannes Kürschners urkomischer Film „Simply The Worst“ beeindruckte die Filmfans am meisten. Neben dem Publikumspreis, der sich in diesem Jahr auf 1328 Euro und 2000 Euro Marketing-Unterstützung belief, räumten die beiden auch den Sputnikpreis des Fusion-Festivals ab. Wer ihren die Lachmuskel strapazierenden Beitrag über die sächsischen Skilauf-Koryphäen Günther und Hindrich gerne sehen will, hat beim Fusion-Festival Ende Juni in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte) eine Chance.

Das Gastland Dänemark zeigte fünf Kurzfilme. Alle waren geprägt von einer ernsten und nachdenklichen Grundstimmung und thematisierten etwa Alzheimer, ungewollte Schwangerschaften oder Lebensmüdigkeit.

Neben jungen Filmen wird beim FiSH auch stets ein Musikvideo ausgezeichnet. Den „Popfish“ gewann im ausverkauften Kinosaal des Kulturzentrums Frieda 23 die Rostocker Band The Oklahoma Kid. Gedreht hatten sie ihr Video überwiegend im Nienhäger Gespensterwald mit dem Regisseur Pavel Trebukhin.

Nele Baumann

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