Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Dialektisches Farbenspiel in der Orangerie
Nachrichten Kultur Dialektisches Farbenspiel in der Orangerie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:50 08.03.2016

Die Kunst von Rudi Molacek und Maria Serebriakova mutet an wie ein dialektisches Farbenspiel — kräftige, knallige Töne des österreichischen Künstlers stehen einer großen Palette von Grautönen der gebürtigen Russin gegenüber. Bis zum 9. April sind rund 30 Werke des Künstlerpaares in der Orangerie in Putbus zu sehen.

„Die unterschiedlichen Farben sorgen für Spannung, aber die Gemeinsamkeit in der Sensibilität bringt die Bilder wieder zusammen“, sagt Molacek. „Die Ausstellung funktioniert wie ein Körper. Sie ist wie das Zusammenspiel eines Organismus“, erklärt Serebriakova. Obwohl die Werke beider Künstler meist in verschiedenen Räumen untergebracht sind, haben sie Brücken geschaffen, um ein harmonisches Ganzes herzustellen. Wie bei den vier überdimensional großen Reißzwecken von Serebriakova aus Aluminium im Obergeschoss — für die Künstlerin nicht nur ein Spiel mit den Proportionen, sondern auch mit der Wahrnehmung des Betrachters.

„Ich habe das Metall in meiner Arbeit wieder aufgenommen“, erklärt Molacek und deutet auf eine silbern grundierte und mit Ölfarbe bemalte Aluminiumscheibe. „Wir haben in der Ausstellung versucht, Bezüge zueinander zu setzen.“ Dies ist auch inhaltlich gelungen. Die Ausstellung funktioniert nicht nicht nur wie ein Organismus, auch die Inhalte sind organischer Natur. „Ich habe früher viel mit Blumen gearbeitet“, sagt Molacek. „Das setzt sich nun fort.“ Obwohl seine Bilder, auf denen oft kapillarartige Röhren dargestellt sind, abstrakt sind, erinnern sie an organische Gebilde und muten an, als würden sie von innen leuchten. „Ich bin ein Kolorist, mir geht es meist um die Farbe dahinter, nicht so sehr um die Zeichnungen“, sagt Molacek.

Bei Maria Serebriakova ist es das Gegenteil: „Wichtiger als Farbe ist mir das Atmosphärische. Der Betrachter soll das Gefühl haben, dass er durch das Bild hindurchsehen kann, ähnlich, wie bei einer weit entfernten Erinnerung“, sagt die Künstlerin. Organische Elemente finden sich in Form von Landschaften, Wurzeln und Bäumen. „Inspiriert sind sie von der Rügener Landschaft. Einige Bilder sind auf der Insel entstanden“, sagt Serebriakova, die mit Molacek ein Haus in Gingst besitzt und zwischen Rügen und Berlin pendelt.

Doch Landschaften sind ihre Bilder nur auf den ersten Blick. „Dahinter steht immer etwas anderes. Es geht um das psychologische Element“, sagt Serebriakova, die ihre Bilder als Kommunikationsmittel nutzt, um das auszudrücken, was sich mit Worten nicht sagen lässt. Die Wurzeln, für die Künstlerin sind es nicht nur Wurzeln, sondern die Essenz des Lebendigen. „Rudis Bilder mit den kräftigen Farben kommen direkt beim Betrachter an, meine Bilder laden den Betrachter ein, zu ihnen zu kommen.“ Das können Besucher bis 9. April.

Von Stefanie Büssing

Eine Bettdecke aus Geldscheinen, die Abformung eines Gipsreliefs aus der Gründerzeit, eingefärbte Folien, von denen mit Rasierklinge wieder etwas abgetragen wurde, ...

08.03.2016

Damit sich Greifswalder, Bewohner aus dem Umland und hier in der Region untergebrachte Flüchtlinge besser kennenlernen, bietet das Theater Vorpommern zusammen mit ...

08.03.2016

Acht Künstlerinnen aus Doberan und der näheren Umgebung stellen bis zum 15. Mai im Stadt- und Bädermuseum Bad Doberan ihre Werke aus. Die Sonderausstellung findet im Rahmen der 20.

08.03.2016
Anzeige