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Dialog in Jahrhunderte-Schritten

Rostock Dialog in Jahrhunderte-Schritten

Rostocker Galerie 17 zeigt zwei Mal 16 Künstler aus den Jahren von 1445 bis 2017

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Die Künstler Anett Frontzek aus Dortmund und Matthias Dettmann aus Rostock im Gespräch im Flur der Rostocker Frieda 23

Quelle: Foto: Thomas Häntzschel

Rostock. Das ist schon gewagt, die Spannweite, die die Rostocker Galerie 17 in der Kunstschule Frieda 23 da angeht. Kunst in Jahrhunderte-Schritten sozusagen, um mal mit Wolfgang Mattheuer, einem der zitierten Künstler zu sprechen. „Dialoge“ heißt die Schau der Galerie 17. Die Dialoge sind künstlerische zwischen Zeitgenossen und Künstlern des Barocks, des Manierismus, der Renaissance oder der Moderne. Acht Künstler aus MV oder mit Bezug zum Land setzen sich auseinander mit Größen der Kunstgeschichte wie Martin Schongauer, Hendrick Goltzius, Rembrandt, Jean-Baptiste Oudry, Marcel Duchamp, Hermann Glöckner, Wolfgang Mattheuer, Günther Uecker.

OZ-Bild

Rostocker Galerie 17 zeigt zwei Mal 16 Künstler aus den Jahren von 1445 bis 2017

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Ein Spagat, den man sich zutrauen muss. Den größten Schritt in die Jahrhunderte zurück macht der Rostocker Maler und Bildhauer Wolfgang Friedrich (80), der sich auf Rembrandt bezieht. Friedrich, der während seines Kunststudiums an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste selbst „kleiner Rembrandt“ gerufen worden sein sollte, sagt: „Thematisch gab es da keine Verbindung. Was mich interessiert hat bei Rembrandt, war das Hell und Dunkel.“ Dafür hat er einen kunstgeschichtlichen Dialog mit Faksimileblättern aus einem Druck von 1907 mit eigenen Arbeiten von 1998 bis 2015 gespiegelt. Friedrich beschäftigt sich mit den Lichtreflexen, dem Duktus des Pinselstrichs bei Rembrandt oder den Bezug der Strukturen in der Landschaft.

Aktuell arbeitet Wiebke Loseries (44) aus Rostock, die sich mit Marcel Duchamp, dem Urvater der Konzeptkunst, beschäftigt. Wiebke Loseries, die an der Rostocker Universität am Institut für Physik tätig ist, und sich am Duchamp-Forschungszentrum am Staatlichen Museum Schwerin mit diesem Künstler auseinandersetzt, hat eine schwebende Rauminstallation aus 64 Teilen in die Bibliothek der Frieda 23 gesetzt, die sich auf das Schachspiel bezieht. Sie sagt: „Daher, dass das hier in einer Bibliothek ist, passt das sehr gut zur Vergeistigtheit Duchamps. Ich denke, dass in seinem Kopf weit mehr stattfand, als nach außen drang. Duchamp war ein großer Denker.“ Und Schachspieler. Er habe sich recht früh total dem Schach zugewandt. Daraus seien zahlreiche Ansätze entstanden. Im Werk Duchamps finde sich gleichermaßen der Hang zur Wissenschaft wie die Neigung zur Ästhetik. Für die Rostocker Künstlerin und Wissenschaftlerin ein großer Fundus: „Bei Duchamp ging es immer um den Wahrheitsbegriff. Er hat die Dinge stets ergebnisorientiert betrachtet. Ich sehe immer den Prozess.“

Wiebke Laudahn, Vize-Geschäftsführerin der Kunstschule, sagt: „Jeder Künstler hat diesen Dialog anders verstanden und angefasst.“ Im Treppenhaus baut zum Beispiel Anett Frontzek (49) aus Dortmund eine ihrer Papierinstallationen mit Löchern. Sie beschäftigt sich mit Günther Uecker und sagt: „Für mich als Künstlerin aus Nordrhein-Westfalen war Uecker immer ein Künstler aus meinem Bundesland.

Ich habe jetzt erst erfahren, dass er aus Mecklenburg-Vorpommern stammt, wohin ich durch Stipendien in Plüschow, Rostock und Ahrenshoop seit 1995 enge Verbindungen habe.“ Ihre Loch-Arbeiten basieren auf Seekarten der Ostsee und setzen einen Kontrapunkt zu den Nagelwerken und Prägedrucken Ueckers.

„Dialoge“ in der Galerie 17

16 Künstler in der Galerie 17 – Anett Frontzek (52) aus Dortmund und Günther Uecker (87) aus Düsseldorf;

Moritz Götze (53) aus Halle und Hendrick Goltzius (1558 - 1616) aus Holland; Grit Sauerborn 853) aus Rostock und Hermann Glöckner (1889 - 1978) aus Dresden; Iris Thürmer (55) aus Wolthof bei Grimmen und Jean-Baptiste Oudry (1686 - 1755) aus Frankreich; Christin Wilcken (35) aus Mühl Rosin und Martin Schongauer (1445 - 1491) aus Frankreich; Wiebke Loseries (44) aus Rostock und Marcel Duchamp (1887 - 1968) aus Frankreich; Wolfgang Friedrich (80) aus Rostock und Rembrandt van Rijn (1606 - 1669) aus Holland; Paetrick Schmidt (37) aus Wismar und Wolfgang Mattheuer (1927 - 2004) aus Leipzig.

Michael Meyer

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