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Kultur „Die Dänen kommen“
Nachrichten Kultur „Die Dänen kommen“
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00:01 05.04.2016

. Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald erhält eine Sammlung von 374 Werken der dänischen Kunst aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Kunstsammler Christoph Müller und Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) unterzeichneten gestern den Schenkungsvertrag in Greifswald. Brodkorb bezeichnete die Schenkung von 152 Gemälden, 172 Zeichnungen und 50 Grafiken als „Glücksfall“.

Es ist bereits die zweite Sammlung des Kunstmäzens, die nach Mecklenburg-Vorpommern geht. 2013 übergab Müller dem Staatlichen Museum Schwerin seine Sammlung mit 155 Werken niederländischer Meister aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Dänen-Sammlung Müllers geht ebenfalls in den Bestand des Schweriner Museums über und von dort als Dauerleihgabe an das Museum in Greifswald, das sich auf die Romantik spezialisiert hat. Die Werke, darunter welche von den Lehrern des deutschen Romantikers Caspar David Friedrich, Jens Juel (1745-1802) und Nicolai Abilgaard (1743-1809), sollen voraussichtlich von 2018 an in der geplanten „Galerie der Romantik“ gezeigt werden.

Müller (77), früherer Besitzer des Schwäbischen Tagblatts, hatte erst vor wenigen Jahren mit dem Sammeln der dänischen Romantik begonnen. „Ich bin damit ein absoluter Nischensammler.“ Auf die Frage, warum er sich jetzt von der Sammlung trenne, sagte Müller: „Für reiche Leute gibt es nur eine einzige anständige Art, Geld auszugeben: für Museen zu sammeln.“

Die Sammlung ist nach Angaben des Bildungsministeriums die größte zusammenhängende Sammlung dänischer Kunst des 19. Jahrhunderts, die an ein deutsches Museum geht. „Sie sind ein Schatz für unser Land geworden“, sagte Brodkorb in Richtung Müller. Dass Schwerin die Sammlung in seinen Bestand nehme, sei der Rechtskonstruktion geschuldet. Während das Staatliche Museum zu 100 Prozent dem Land gehört, teilen sich in Greifswald Bund, Land und Stadt die Trägerschaft.

Dennoch: Für den ehemaligen Zeitungsverleger Müller, der inzwischen auf der Insel Rügen lebt, ist Greifswald „der einzig richtige Ort“ für seine Sammlung. „Inhaltlich passen die Werke in kein anderes Museum so gut hinein wie in Greifswald.“ Der Romantiker Caspar David Friedrich wurde 1777 in Greifswald geboren. Das Pommersche Landesmuseum beherbergt unter anderem sechs Gemälde und mehrere Dutzend Grafiken von ihm. Neben Friedrich studierten die Romantiker Philipp Otto Runge (1777-1810) und Georg Friedrich Kersting (1785-1847) an der Kopenhagener Kunstakademie, die damals mit ihrer Auffassung von Landschaft und Perspektive als progressivste Malerschule in Europa galt. „Die Wiege der deutschen Romantik steht in Kopenhagen“, sagte Museumsdirektor Uwe Schröder.

Ergänzend zu den eigenen Werken kann sich das Pommersche Landesmuseum nun seinen Traum von einer wirklichen Romantikgalerie erfüllen. „Wir sind dafür unendlich dankbar“, sagte Museumschef Schröder.

Im November letzten Jahres hatte der Bund fünf Millionen Euro für das Galerievorhaben bewilligt.

Von Martina Rathke

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