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Kultur Die Erben des Erbes auf Tour
Nachrichten Kultur Die Erben des Erbes auf Tour
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00:05 11.05.2018
Gehörte mit zu den beeindruckendsten Aktionen: das Klettern auf den Gerüsten in der Jakobikirche.

Der Name ist fast ein bisschen niedlich: Echy. Doch dahinter verbirgt sich das große Projekt European Cultural Heritage. Gemeinsam mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und der Stadterneuerungsgesellschaft haben Schüler der Klassenstufe 9 bis 11 des Hansa-Gymnasiums seit Schuljahresbeginn an Echy teilgenommen. Dabei stand alles unter dem Motto „Zu Hause im Weltkulturerbe – die Erben des Erbes begegnen Europas Geschichte in der Hansestadt Stralsund“.

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Schüler des Hansa-Gymnasiums haben an einem einjährigen Projekt teilgenommen, bei dem das Weltkulturerbe im Mittelpunkt steht.

„Wir haben uns drei große Themenbereiche ausgesucht“, erklärt Lehrerin Kathrin Bucholz, die das Projekt gemeinsam mit Volker Freiberg begleitet. Austausch und Bewegung, Grenz- und Kulturlandschaften und Erbe gelebt. Doch was muss man sich genau darunter vorstellen? „Wir haben uns in verschiedenen Gruppen mit Dingen beschäftigt, die man nicht von einem Tag auf den anderen wieder aufbauen könnte“, fasst Ben Dzarnowski mit einem Lachen zusammen. „Also Welterbe im großen Stil und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet“, sagt der Neuntklässler.

Für ihre Arbeiten haben die Mädchen und Jungen Vorträge besucht und Ausflüge und Exkursionen gemacht. „Unter anderem haben wir das Europäische Hansemuseum in Lübeck besucht und uns dann auch gleich die Stadt angeschaut“, erzählt Nele Freier. Ihre Mitschülerin Jessica Prümers ergänzt: „Gerade bei diesen Exkursionen ist einem bewusst geworden, wie viel Arbeit dahinter steckt, das Erbe zu bewahren.“

Beeindruckt waren die jungen Hansestädter aber vor allem von ihrer Stadt. „Es war schon außergewöhnlich, als wir uns die Kulturkirche St. Jakobi angeschaut haben und bei den laufenden Restaurierungsmaßnahmen der Orgel von einem Gerüst aus zuschauen konnten“, sagt Jette Freier ganz begeistert und fügt an, dass auch der Besuch der Marienkirche toll war, „als wir über die Gewölbe gelaufen sind.“ Neben den vielen Informationen, die die Jugendlichen erhalten, wurden sie aber auch selbst tätig. „Wir haben viele Fotos zu bestimmten Themen gemacht, etwa Türklinken, Hausflure Briefschlitze oder Backsteine“, verrät Jette Freier. Unter anderem diese Fotos werden bald in einer Ausstellung in der Kulturkirche St. Jakobi zu sehen sein. Zusammen mit Modellen und anderen Dingen, die während des Projektes entstanden. „Am 6. Juni wird die Vernissage sein“, freut sich Kathrin Bucholz.

Doch am Ende sind es nicht nur die Fotos und Modelle, die den Schülern vom Projekt bleiben. Lilly Bannow geht, genauso wie ihre Mitschüler, mittlerweile viel bewusster durch ihre Heimatstadt. „Unsere Generation soll sich mit den Gebäuden befassen, die schützenswert sind. Mittlerweile haben wir selbst die Aufgabe, etwas für deren Schutz zu tun.“ Sie fügt hinzu, dass sie sich ihrer Heimatstadt durch das Projekt näher fühlt. „Ich bin froh, hier zu leben.“ Ähnlich sieht es Rike Sund. „Ich habe mich mit dem Thema Backsteine beschäftigt und achte jetzt viel mehr auf alles, wenn ich durch die Stadt gehe.“ Doch das endet nicht bei der eigenen Stadt, wie Leona Bell verrät: „Als ich in Dresden war, bin ich mit viel offeneren Augen durch die Stadt gegangen und habe viel mit Stralsund verglichen.“ Bei aller Beschäftigung mit den Bauwerken war für die Schüler eine andere Sache toll: „Wir haben als große Gruppe gut funktioniert“, sagt Amy Pries.

Für die meisten ist dieses Projekt also gelungen – in doppelter Hinsicht: Mit der Ausstellung haben die Schüler etwas Bleibendes geschaffen und was viel wichtiger ist: „Ich habe jetzt ein anderes Bewusstsein für meine Heimatstadt und das Welterbe an sich“, sagt Nele Freier.

Miriam Weber

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