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Die Erfahrung des Glücks

Schwerin Die Erfahrung des Glücks

Das 6. Sinfoniekonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin bot ein hoch befriedigendes Musikerlebnis. Kaum beunruhigt durch die einleitenden „Fünf Stücke für Orchester op.

Schwerin. Das 6. Sinfoniekonzert der Mecklenburgischen Staatskapelle Schwerin bot ein hoch befriedigendes Musikerlebnis. Kaum beunruhigt durch die einleitenden „Fünf Stücke für Orchester op. 10“ (1913) von Anton Webern, dem Wiener Neutöner. Hochverdichtet, in nur vier Minuten sind die fünf Stücke vorbei, dringen sie bis in die feinsten Spitzen seelischer Lagen mit einem reich ausdifferenzierten Orchesterapparat. Generalmusikdirektor Daniel Huppert ließ sie in überzeugender Transparenz musizieren und machte so das neue Verfahren der „melodischen“ Anordnung der Klangfarben erkennbar.

Die Erfahrung des Glücks der Persönlichkeit stellte sich mit zwei anderen Wiener Meistern ein. Mit Haydns Sinfonie Nr. 104 D-Dur, seiner letzten, mit der die Staatskapelle ihre Leistungskraft eindrücklich unter Beweis stellte. Gespielt geradezu strotzend vor selbstbewusster Kraft, die den Schutzraum eröffnete für elegische und tragische Eintrübungen, für empfindungsvolle Intimität, souveränen Humor und tänzerischen Überschwang.

Übergipfelt wurde dies vom Konzert für Klavier und Orchester Es-Dur op. 73 (1809) von Beethoven, einem Solitär der Gattung von ungebrochener Tatkraft. Auch hier bevorzugte Huppert einen kraftvollen Gestus, mit hohem Tempo und straffem Klang ohne weihevolle Ritardandi. Der Würzburger Meisterpianist Bernd Glemser (53) setzte mit seiner pianistischen Kultur, mit „redender“ Gestaltung selbst der virtuosen Passagen, ohne vordergründiges Titanentum eine Feinnervigkeit dagegen, die hier nicht zu einem unaufgelösten Widerspruch führte. So verband sich für eine glückhafte halbe Stunde der solistische Individual-Part mit der Gemeinschaft des Orchesters zu einem produktiven mitreißenden Wechselspiel, sich gegenseitig herausfordernd oder besänftigend, und ließ die noch immer uneingelöste Utopie von der letztendlichen Übereinstimmung von Individuum und Gemeinschaft entstehen.

OZ

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