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Kultur Die Geburt des modernen Hausbaus
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00:00 16.07.2016
Das Greifswalder Haus Markt 30 (2. v. r.) mit symmetrischer Fassade und Mansarddach ist typisch für das 18. Jahrhundert. Quelle: Eckhard Oberdörfer

Dank der Forschungen von Felix Schönrock „sprechen“ neuerdings Hunderte Greifswalder Denkmale. Denn er fand bei den Studien zu seiner Dissertation „Greifswalder Bürgerhäuser in der Schwedenzeit“ heraus, wer sie gebaut hat, wie sie aussahen, wer dort wohnte und woher das Geld kam. Die Entstehungszeit vieler Gebäude wurde neu datiert. Zugleich hat Schönrock viele Erkenntnisse zu allen Küstenstädten in MV gewonnen. Eine fundierte Fleißarbeit, die gedruckt beim Thomas-Helms-Verlag vorliegt.

„Die Geburt des modernen Hausbaus erfolgte in dieser Zeit“, sagt der Kunsthistoriker. „Ich habe sie am Beispiel Greifswalds erstmals umfassend untersucht. Bisher wurden die Wohngebäude des 18.

Jahrhunderts stiefmütterlich behandelt.“ Dabei folgte nach zwei großen Waffengängen, dem Dreißigjährigen (1618 bis 1648) und dem Nordischen Krieg (1700 bis 1721) eine Phase der Modernisierung und Erneuerung. Der schwedische König förderte in seinen Städten wie Wismar, Stralsund und Greifswald diesen Prozess mit erheblichen Mitteln. Steuerfreijahre wurden Investoren gewährt. Auch in Rostock wurden Neubau und Modernisierung gefördert. „Hier kamen die Mittel von der Stadt und nicht vom Herzog“, so Schönrock. Dabei mussten Bauherren das Lübische Recht und Auflagen, wie Brandschutz, erfüllen. Dass ein gemauerter Schornstein bis durch das Dach reicht, wird in dieser Zeit Standard. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts habe es ein starkes Traditionsbewusstsein an der Ostsee gegeben. Bauherren griffen auf das Mittelalter zurück. „Diese sogenannte Barockgotik wurde bisher kaum untersucht“, betont Schönrock. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird das anders. So wurden die Greifswalder Franziskanerkirche oder historische Stadttore „recht bedenkenlos“ abgerissen. Zu den Innovationen gehören Mansarddach und Verkleinerung der Dielen. Mehr und kleinere Räume kamen dem Streben nach mehr Privatheit und Bequemlichkeit. Es gibt auch Unterschiede zwischen den Städten. Während in Rostock und Stralsund das Giebelhaus der Normalfall blieb, bevorzugten Greifswalder das Traufenhaus.

Eckhard Oberdörfer

OZ

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