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Kultur Die Guten sind die Schönsten
Nachrichten Kultur Die Guten sind die Schönsten
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00:00 11.11.2015
Dunkle und gebleichte Haut: Figurenszene aus Blech von Didier Ahadsi aus Togo. Quelle: Paul Schimweg
Hamburg

Wer die Ausstellung betreten will, sieht sich erstmal seinem Spiegelbild gegenüber. Und kann kontrollieren, ob sein Äußeres ästhetischen Kriterien genügt. Hinein geht es über einen Laufsteg, beäugt von Publikum auf Fototapeten. Der Auftakt ist angemessen, denn es geht um Schönheitsideale. Die Präsentation im Hamburger Museum für Völkerkunde siedelt die Auseinandersetzung mit den Idealvorstellungen vom menschlichen Körper auf dem afrikanischen Kontinent an. „Africa‘s Top Models“ heißt die Schau. Sie will einen Kontinent, der mit Elend und Krieg in den Medien auftaucht, mit Ästhetik, Mode und Schmuck in Verbindung bringen.

„Was ist schön an afrikanischen Menschen?“, fragt Museumsleiter Wulf Köpke. Die Ausstellung versucht, diese Frage nicht mit den Augen heutiger Europäer oder aus der Sicht der Kolonialherren zu beantworten, sondern immanent: Was ist für Afrikaner attraktiv, was hässlich? Anhand der Sammlung afrikanischer Kunst des Hauses wird ein Eindruck von ursprünglichen Schönheitsbegriffen vermittelt. So gelten ein vorstehender Bauchnabel und Schmucknarben bei Männern, ein gerillter Hals und ein ausladendes Gesäß bei Frauen als attraktiv. Ebenmäßige Proportionen seien das Kriterium für Schönheit, erklärt Ausstellungsmanager Carl Triesch. Ein Gesicht sollte symmetrisch, die Haut bläulich- schwarz oder besonders hell sein. Laut Anthropologin Hübner gilt in weiten Teilen Afrikas die traditionelle Vorstellung: „Was gut ist, ist schön. Und gut ist der bescheidene Mensch, der nicht provozierend blickt.“

Die Ausstellung — mit Afrikanern in Hamburg und Museen in Tansania, Namibia und dem Senegal entwickelt — zeigt auch das althergebrachte Bild der Europäer vom Schwarzen.

Der Sarotti-Mohr gehört ebenso dazu wie das Kinderbuch von den „Zehn kleinen Negerlein“. Museumsdirektor Wulf Köpke: „Geht es um Afrika, herrschen in Europa koloniale Denkmuster vor.“



Michael Berger

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