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Kultur Die Haute Couture der Musik
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00:00 22.08.2016

Die sinnliche Kraft der Musik veredelt zu betörender musikalischer Eleganz – erlebt von 3000 Besuchern durch die Exzellenz-Cellistin Sol Gabetta (35) und das Gstaad Festival Orchestra, ein Verbund aus Instrumentalisten der führenden Schweizer Orchester, unter der Leitung des souveränen Altmeisters Neeme Järvi (79) im zweiten Redefinkonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Zuerst die italienische Eleganz mit Rossinis Ouvertüre zu „Il barbiere di Siviglia“ (1816): quirlig, eloquent, temperamentvoll und mit unbekümmerter Theatralik. Schon hier zeigte das Orchester seine musikalische Intensität und Qualität mit auserlesenen Abstimmungen und Übergängen zwischen den Motivgruppen und Klangregistern, die sich im Laufe des Abends noch begeisternd steigerten.

Mit Saint-Saëns‘ Cellokonzert Nr. 1 (1872) präsentierte Sol Gabetta die französische romantische Eleganz: vornehm und mondän, knapp geschnitten und formbewusst, mit geschmeidigen Gefühlen. Sie musizierte es mit einer nahezu aristokratischen Raffinesse und nobler Dezenz bis in die erregten Gesten, mit exzellenter feingliedriger Virtuosität, kurz mit solch edler Distinguiertheit, dass sie gleich zwei Zugaben geben musste: ein Fauré-Stück in ähnlicher Tonlage und einen magischen Klangzauber von Peteris Vasks (70).

Zum Abschluss mit der Sinfonie Nr. 4, der „Italienischen“ (1833), von Mendelssohn, dem elegantesten deutschen Komponisten, die seltene deutsche romantische Eleganz: üppiger und farbenprächtiger, mit Mut zur Gedankentiefe und einem Touch weher Melancholie und anmutiger Poesie, mit kraftvollem sinfonischem Chic. Nervi, mit sparsamster Zeichengebung, aber charismatisch, enthusiasmierte das Orchester zu einer feinen originellen Leistung bis hinein in das Wechselspiel von markiger Robustheit und ziselierter Behändigkeit im Finalsatz, was ein empfindungsvolles Sibelius-Andante als weitere Zugabe erforderlich machte.

Das war, nimmt man alles in allem, die Haute couture der Musik.

OZ

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