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Die Klarinette bleibt stumm: Swing-Legende Hugo Strasser ist tot

München Die Klarinette bleibt stumm: Swing-Legende Hugo Strasser ist tot

Noch zur Beerdigung seines Freundes Max Greger im vergangenen August hatte er seine Klarinette mitgebracht. Hugo Strasser spielte live für seinen Weggefährten: „Yesterday“ von den Beatles.

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Die beiden Swing-Legenden Hugo Strasser (l.) und Max Greger im Jahr 2012 gemeinsam auf der Bühne.

Quelle: Emily Wabitsch/dpa

München. Noch zur Beerdigung seines Freundes Max Greger im vergangenen August hatte er seine Klarinette mitgebracht. Hugo Strasser spielte live für seinen Weggefährten:

„Yesterday“ von den Beatles. Der 93-Jährige hatte Tränen in den Augen. Strasser, Greger und der 2013 gestorbene Paul Kuhn waren viele Jahre als Swing-Legenden unterwegs. Er habe nicht geglaubt, dass er als Letzter übrig bleiben werde, sagte Strasser. „Der nächste bin ich.“

Nun gibt es die Swing-Legenden nicht mehr. Am Donnerstag ist Strasser gestorben, gut ein halbes Jahr nach dem Saxofonisten Greger und zweieinhalb Jahre nach dem Pianisten Kuhn. Am 7. April wäre er 94 Jahre alt geworden.

Strasser wurde 1922 in München-Schwabing als fünftes von sechs Kindern geboren. Der Vater wollte, dass er Geige lernt. Doch Strasser hatte seinen eigenen Kopf, begann eine Schriftsetzerlehre — und bekam eine Bleivergiftung. 1937 begann er sein Studium an der Akademie für Tonkunst in München und konzentrierte sich auf die Klarinette. Die Ausbildung endete nach drei Jahren: Strasser wurde eingezogen.

Die Klarinette rettete ihm dann womöglich das Leben. Unter den Einberufenen war eine Handvoll Musiker, sie gründeten eine kleine Band. Die fiel dem Hauptmann auf. „Er hat sich begeistert und gesagt:

Diese fünf behalten wir“, berichtete Strasser. Die anderen zogen an die Front, die Musiker blieben in Stettin, als „Hilfsausbilder“.

1955 bildete Strasser seine erstes Tanzorchester. Mit seinen Platten erreichte er Millionenauflagen. Ausgezeichnet wurde er u.a. mit zwei Goldenen Schallplatten, dem Deutschen Schallplattenpreis und dem Goldenen Tanzschuh — Tanzmusik begeisterte ihn von Anfang an am meisten. Mit 65 Jahren gründete er das edle Quintett Hot-Five. Keine Zigaretten, kein Alkohol, dafür Wanderungen und Radfahren — das war Strassers Gesundheitsprogramm. Noch im vergangenen Juli war Strasser mit Greger im Brunnenhof der Münchner Residenz aufgetreten, zusammen mit dessen Sohn Max Greger junior und Enkel Maximilian. Sabine Dobel

OZ

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