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Kultur Die Mutter aller Kunstmessen: Zum 50. Mal präsentiert sich die Art Cologne
Nachrichten Kultur Die Mutter aller Kunstmessen: Zum 50. Mal präsentiert sich die Art Cologne
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00:00 14.04.2016

Lisa ist lebensgroß, gänzlich nackt und sehr realistisch. Dabei sind nur die Haare echt, der Rest ist bemalte Bronze. Ein Werk des US-Künstlers John de Andrea, das gestern viele Blicke auf sich zog bei der 50. Art Cologne. Der Tenor der Besucher: Toll gemacht — aber nichts fürs Wohnzimmer.

Berlin ist die wichtigste deutsche Kunstmetropole — aber die wichtigste Kunstmesse ist in Köln. Warum? Weil Köln die Kunstmesse erfunden hat. 1967 wurde sie als „Kunstmarkt Köln“ von örtlichen Galeristen gegründet und ist damit die Mutter aller Kunstmessen. Gemälde oder Skulpturen wie ganz normale Ware an Messeständen anzubieten, war damals eine neue Idee.

Zum 50. Mal bietet die größte deutsche Kunstmesse bis Sonntag Werke der zeitgenössischen Kunst und klassischen Moderne an. Unter den 218 Ausstellern aus 24 Ländern sind viele der weltweit wichtigsten Galeristen. Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) sagte gestern bei der Vorbesichtigung, die Stadt werde alles tun, um die Position der Messe zu erhalten und zu stärken. Im vergangenen Jahr zog die Art Cologne 56000 Besucher an.

Das Preisspektrum ist breit gefächert: Zu den teuersten Werken zählt diesmal ein Gemälde von Marc Chagall für 5,5 Millionen Euro. Im unteren Bereich liegen Arbeiten von Hermann Glöckner, die schon bei 1000 Euro beginnen. Zudem gibt es Bilder von Roy Lichtenstein, Ernst Ludwig Kirchner, Günther Uecker, August Macke, Joan Miró und Gerhard Richter.

„Deutsche Galeristen haben derzeit keinen leichten Stand“, sagte Art-Cologne-Direktor Daniel Hug. „Denken Sie an den Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent und die Regelungen des neuen Kulturgutschutzgesetzes, das Verkäufe ins europäische Ausland erschwert.“ Eine große Messe sei da ein hochwillkommener Anschub. Das Ausland ist inzwischen sogar so stark vertreten, dass sich einige Düsseldorfer Händler dieses Jahr öffentlich darüber beschwert haben, das Rheinland werde zu wenig berücksichtigt.

OZ

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