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00:00 13.03.2013
Für Pferdefans ist "Ostwind" ein Muss - und für alle anderen Kinozuschauer wohl eine Spur zu kitschig. Quelle: 2012 Constantin Film Verleih GmbH

Vier Dinge braucht es laut dem kauzigen Pferdetrainer Herr Kaan (Tilo Prückner), um wahrhaft reiten lernen zu können: Balance, Rhythmusgefühl, Koordination und Ausdauer. Vier Dinge sind es auch, die der Kinozuschauer braucht, um Gefallen an Katja von Garniers ("Abgeschminkt!", "Bandits") modernem Pferdemärchen "Ostwind" zu finden: eine hemmungslose Liebe zu Pferden (oder zumindest zu einem minderjährigen Familienmitglied mit einer entsprechenden Affinität, das man ins Kino begleiten muss), eine Schwäche für gefällige Poprock-Songs, ein freundliches Auge, das man auch schon mal bei einbrechenden Schauspielerleistungen zudrückt, und natürlich keine Scheu vor einem recht stereotypen, zuweilen kitschigen Pferdefilm.

Die Frankfurterin Mika (Hanna Binke) ist 13, "wild", hat Pippi-Langstrumpf-rotes Haar und gerade die Versetzung in die 8. Klasse verpasst. Zur Strafe schicken ihre entsetzten Akademikereltern sie zu ihrer Oma. Nein, nicht zu der auf dem Friedhof, wie Mika in einem der wenigen nicht bedeutungsschwanger wirkenden Dialoge mit ihrem Papa (Jürgen Vogel) herausfindet, sondern zur gestrengen Oma Kaltenbach auf ihren noblen Pferdegutshof. Sollte Großpapa die pferdebegeisterte Enkelin ins Kino begleiten, kann er sich auf ein Wiedersehen mit Cornelia Froboess freuen: Sie spielt die Rolle der verbitterten Pferdeoma.

Auch für Fans der RTL-Seifenoper "Unter uns" ist gesorgt. Marvin Linke gibt den attraktiven Stallburschen Sam, der Mika mit dem knatternden Traktor vom Bahnhof abholt. Zwischen den beiden wird sich allerdings nicht mehr als pfundige Freundschaft entwickeln, denn Katja von Garnier konzentriert sich voll und ganz auf die Beziehung zwischen Mika und Hengst Ostwind, der die Freiheit genauso liebt wie sie. Das schwarze Pferd, das im Gegensatz zu Pferdeidolen wie Black Beauty und Fury mit weißer Blesse und modischen Strähnen in der Mähne auftrumpfen kann, fristet auf Gut Kaltenbach ein tristes Dasein in einer Box, da es als gemeingefährlich gilt, seit es Oma Kaltenbach schwer verletzt hat. Ein ominöser Ungar, der - wie sich später herausstellt - den frechen Rappen zu Salami zu verarbeiten gedenkt, soll schon bald das Gut von dem Satansbraten erlösen.

Das aufsässige Teenagermädchen Mika, das von alldem noch "null Ahnung" hat, legt sich gleich in der Nacht ihrer Ankunft zu dem sehnsuchtsvoll wiehernden Seelenverwandten im Stall schlafen. Liebevoll schnuppert der wilde Schwarze - dank der herausragenden Trainerarbeit von Kenzie Dysli, die übrigens auch bei den schwierigeren Reitszenen die Reitanfängerin Binke gedoubelt hat - an ihrer Wange. Achtung, Taschentuchalarm!

Es kommt, wie es kommen muss: Mika gelingt es nicht nur Ostwinds Vertrauen zu erlangen, sondern sie schafft es auch mit Hilfe von Sams Opa - Herrn Kaan - innerhalb von vier Wochen in der unwirklich grünen, sonnendurchfluteten, hessischen Landschaft auf Ostwind reiten und springen zu lernen. Dabei hilft ihr, neben ihrem angeborenen Talent, die Sprache der Pferde zu verstehen, die Trainingsmethode des sogenannten Natural Horsemanship, wie sie bereits 1998 Robert Redford in dem Blockbuster "Der Pferdeflüsterer" praktizierte. Viele dieser beeindruckenden Szenen mit einem der fünf Pferdedoubles von Ostwind machen den Film zu einem Muss für alle Abonnentinnen der "Wendy" - und womöglich deren Großeltern.

teleschau

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